Weinheimer OB Heiner Bernhard sagt leise Servus

16 Jahre war Heiner Bernhard (SPD) Rathauschef in Weinheim. Am Freitag nimmt der 61-jährige seinen Hut. Sein Nachfolger kann das Amt aber trotzdem noch nicht antreten.

Heiner Bernhard (SPD) (Foto: SWR, Patrick Figaj)
Heiner Bernhard (SPD) war 16 Jahre lang Oberbürgermeister von Weinheim Patrick Figaj

Es ist ein imposantes Büro: Ganz oben im Weinheimer Schloss mit Blick auf die Stadt und seine zwei Burgen. Dort hat Heiner Bernhard in den vergangenen 16 Jahren viel Zeit verbracht – und sie ist schnell vergangen, sagt er.

Ein Weinheimer kehrt zurück

Nachdem er in Weinheim Abitur gemacht hatte, studierte Bernhard  Jura in Mannheim und wurde später Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung in Heidelberg. Im Jahr 2002 bewarb er sich dann um das Oberbürgermeister-Amt in Weinheim und siegte im ersten Wahlgang.

Großprojekte angestoßen

Für den frisch gebackenen OB gab es damals jede Menge zu tun, denn Weinheim lag in einer Art Dornröschenschlaf. Aus dem will Heiner Bernhard die Stadt aufwecken.

Zunächst hadert er damit, wie er die Rolle als OB ausfüllen soll, aber er hat sich fest vorgenommen das Gesicht der Stadt nachhaltig zu verändern. Bernahrd stößt mehrere Großprojekte an. Dass er dabei einen langen Atem beweist, zahlt sich aus. In seine Amtszeit fallen zum Beispiel die Eröffnung der Weinheim-Galerie und der Schlossberg-Terrasse.Im Jahr 2010 wird der OB für eine zweite Amtszeit wiedergewählt – einen Gegenkandidaten gibt es damals nicht.

Das Rathaus von Weinheim (Foto: SWR, picture alliance/Ronald Wittek/dpa)
Hochherrschaftliches Rathausgebäude - das Weinheimer Schloss picture alliance/Ronald Wittek/dpa

Rechte Demonstrationen

Sorgenfalten treiben Bernhard allerdings immer wieder neue Bundesparteitage der NPD auf die Stirn. 2015 befindet sich Weinheim im Ausnahmezustand. Wasserwerfer sind im Einsatz, schwarz vermummte Demonstranten marschieren durch die Innenstadt. Damals stellt sich der OB selbst auf die Straße, um ein Zeichen zu setzten. "Durch die Gründung des Initiative "Buntes Weinheim" haben wir haben wir eine breit angelegte, gesellschaftliche Gegenbewegung aufgebaut und waren froh, dass das auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde."

Um weitere Demonstrationen dieser Art zu verhindern, gibt sich die Stadt ein neues Stadtrecht und erlaubt nur noch überparteiliche Veranstaltungen in der Stadthalle  - die NPD kommt nicht mehr zurück.

Genug ist genug

Im vergangenen Jahr fasst Bernhard dann seinen ganz persönlichen Entschluss: 16 Jahre sind für ihn genug. Jetzt muss er nur noch eine Aufgabe erledigen: Modell sitzen für sein Portrait in der Ahnengalerie. "Ich habe immer gewusst: irgendwann wirst Du da mal hängen", sagt er.

Nachfolger in Wartestellung

Als Nachfolger von Heiner Bernhard haben die Bürger Manuel Just (parteilos) gewählt. Er kann seinen neuen Job aber erstmal nicht antreten, weil das Gericht derzeit eine Anfechtung der Wahl überprüft. Bis die Richter entscheiden, übernimmt Weinheims Erster Bürgermeister Torsten Fetzner das Amt kommissarisch.

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