Katholischer Priester (Foto: Thinkstock)

Betrugsprozess vor dem Mannheimer Landgericht Priester hat Geständnis abgelegt

Ein katholischer Priester hat am Donnerstg gestanden, seine Kirche um 200.000 Euro betrogen zu haben. Für das Geständnis soll er eine kürzere Haftstrafe bekommen. Aber dem Richter fehlte die richtige Reue.

Der ehemalige Dekan aus Lahr im Schwarzwald hat am Donnerstag zugegeben, sein Amt missbraucht zu haben, um Geld zu veruntreuen. In seinem Schlusswort sagte der Priester er hoffe, "dass die Personen, deren Vertrauen ich missbraucht habe, mir irgendwann verzeihen können."

Priester soll Caritas betrogen haben

Dem 54-Jährigen wird Betrug, Urkundenfälschung und Untreue vorgeworfen. Er soll den Caritasverband Lahr (Ortenaukreis) um fast 200.000 Euro gebracht und unter anderem auch das Pfarramt Lahr und das Ursulinenkonvent in Mannheim betrogen haben.

Das gab der Mann vor Gericht zu. Er gestand, sich bei der Caritas und beim Pfarramt in Lahr Geld erschlichen zu haben. Und zwar mithilfe fingierter Rechnungen, dem Griff in die Pfarrkasse und erfundenen Projekten. Das viele Geld habe er für seinen gehobenen Lebensstil gebraucht, sagte der Priester. Der finanzielle Gesamtschaden beträgt laut Staatsanwaltschaft auf 228.000 Euro. Zum Prozessauftakt hatte der Mann beteuert, er könne nicht mit Geld umgehen.

Deal: Geständnis, dafür kürzere Haftstrafe

Mit dem Geständnis will der Priester eine kürzere Freiheitsstrafe erreichen. So war es zuvor mit der Staatsanwaltschaft abgemacht gewesen.

Richter geht Geständnis nicht weit genug

Dem Vorsitzenden Mannheimer Richter ging das Geständnis des Priesters am Donnerstag nicht weit genug: Er vermisse die subjektive Einsicht des ehemaligen Pfarrers, dass er Unrecht begangen habe. Das Geständnis sei zu pauschal gewesen, da müsse der Angeklagte noch nachbessern.

Deal verkürzt Verfahren

Durch den Deal wird das Verfahren deutlich verkürzt. Der Priester muss mit einer Freiheitsstrafe von etwa vier Jahren rechnen. Ein Urteil soll Ende Oktober fallen. Laut Gericht gibt es zuvor noch Beweisaufnahmen und Zeugenvernehmungen. "Das Geständnis muss überprüft werden", erläuterte der Gerichtssprecher.

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