Stuttgart Ehemaliger Milizenchef aus Ruanda ist tot

Der in Deutschland wegen Kriegsverbrechen im Kongo angeklagte Milizenchef Ignace Murwanashyaka ist tot. Der 55-Jährige ist in einem Krankenhaus gestorben. Er hatte unter anderem in Mannheim gelebt. Der Bundesgerichtshof hatte im Dezember die Verurteilung Murwanashyakas zu 13 Jahren Haft aufgehoben. Das Verfahren wurde an das Oberlandesgericht nach Stuttgart zurückverwiesen. Jetzt wird es allerdings keine Verhandlung mehr geben. Murwanashyakas wurde wegen Beihilfe zu vier Kriegsverbrechen in den Jahren 2008 und 2009 für schuldig befunden. Der gebürtige Ruander lebte in Mannheim und war Präsident der Miliz FDLR, der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas, die im Osten des Kongo Überfälle verübte. Seine militärische Rolle als Oberbefehlshaber war ein umstrittenes Thema im Prozess. Wie oder woran Murwanashyaka starb, ist nicht bekannt.

Die im Ostkongo operierende FDLR ging aus Mitgliedern der früheren ruandischen Armee und der in den Kongo geflohenen Hutu-Milizen hervor, die für den Völkermord in Ruanda 1994 mitverantwortlich waren.

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