SAP stellt Jahreszahlen vor. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)

Softwarekonzern aus Walldorf im Umbau SAP steigert Umsatz

Der Walldorfer (Rhein-Neckar-Kreis) Softwarekonzern SAP konnte 2019 seinen Umsatz und Betriebsgewinn steigern. Für die seit Oktober neuen SAP-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein sind die Zahlen ein erster Erfolgsmesser.

Hatte ihr Vorgänger Bill McDermott vor allem durch den Zukauf von Unternehmen für Wachstum gesorgt, muss das Führungsduo deren Programme jetzt in die SAP-Welt integrieren. Kunden haben immer wieder kritisiert, dass die vielen Produkte nur ein Flickenteppich seien.

Das Geschäftsjahr in Zahlen

Der operative Gewinn stieg 2019 um elf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das teilte der Dax-Konzern heute mit. Der Marktführer für Firmensoftware schnitt damit so ab wie von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf knapp 28 Milliarden Euro. Wachstumstreiber blieb dabei das Geschäft mit Software-Abonnements über das Internet. Hier stieg der Umsatz um 35 Prozent, während das traditionelle Geschäft mit Lizenzen und Wartung nur ein Prozent über dem Vorjahr lag.

SAP setzt auf die Cloud

Die SAP-Software soll noch öfter über das Internet, die sogenannte Cloud, laufen. Um das zu schaffen, hat der Konzern im vergangenen Jahr seinen Mitarbeiterstamm deutlich verjüngt. Insgesamt 4.000 der rund 100.000 Beschäftigten haben den Konzern durch Vorruhestandsregelungen oder Abfindungen verlassen, davon rund 1.400 in Deutschland.

Kein Personalabbau in diesem Jahr

Der Nettogewinn ging jedoch dadurch um 17 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zurück, weil SAP viel Geld für den Stellenabbau ausgegeben hat. Für dieses Jahr sei kein Personalabbau geplant, erklärte SAP-Finanzchef Luka Mucic.

Die beiden neuen SAP-Vorstände Christian Klein und Jennifer Morgan, Ex-Chef Bill McDermott in der Mitte (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)
Die beiden neuen SAP-Vorstände Christian Klein und Jennifer Morgan, Ex-Chef Bill McDermott in der Mitte. picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Kosten im Konzern senken

Durch den Umbau will SAP auch Kosten senken und den Gewinnanteil steigern. Der Börsenkurs des wertvollsten deutschen Unternehmens legte im vergangenen Jahr mehr als 30 Prozent zu.

SAP lässt Mitarbeiter in China wegen Coronavirus zu Hause

In Sachen Coronavirus hat der Konzern ebenfalls Schritte beschlossen: Der Softwarehersteller SAP lässt seine Niederlassungen in China auch über die Neujahrsferien hinaus geschlossen. Mitarbeiter sollen so vor dem dem Coronavirus zu schützen. Das sagte SAP-Finanzvorstand Luka Mucic. Mitarbeiter könnten in der Zeit von zu Hause aus arbeiten. Man werde die Niederlassungen zunächst für eine zusätzliche Woche geschlossen lassen. Insgesamt hat SAP rund 6000 Mitarbeiter in 12 chinesischen Städten.

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