Studie: Missbrauchsvorwürfe gegen Priester stabil (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Arne Dedert/dpa)

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche Mannheimer Studie: Missbrauchsvorwürfe gegen Priester nicht rückläufig

Sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester sind zwischen 2009 und 2015 nicht zurückgegangen. Sie sind stabil geblieben. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Federführung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim.  

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mannheim, Heidelberg und Gießen (MHG-Studie) haben Personalakten der deutschen katholischen Kirche ausgewertet. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Psychiatrische Praxis.

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Zahl der Anschuldigungen blieb konstant

Nach Angaben des ZI Mannheim fanden die Forscher heraus, dass die Quote der Beschuldigungen gegen katholische Priester von 2009 bis 2015 weitgehend konstant geblieben ist. Die Auswertung der Personalakten zeige deutlich, so Dreßing,  dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester ein anhaltendes Problem sei.

Mehr Anschuldigungen als in der Bevölkerung

Außerdem stellt die Studie laut ZI fest, dass zwischen 2009 und 2015 die Quote der Beschuldigten unter den katholischen Priestern, gegen die auch eine Strafanzeige gestellt wurde, in einigen Jahren sogar höher lag als die Quote in der männlichen Bevölkerung, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden.

Der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing hat die wissenschaftliche Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche geleitet.

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