Gelten als Kampfhunde - ein American-Staffordshire-Mix Hund.  (Foto: dpa Bildfunk, Paul Zinken (Symbolbild))

Landgericht Heidelberg Geständnis im Prozess um Kampfhunde-Attacke in Leimen

Im Prozess um den Kampfhunde-Angriff in Leimen vor dem Landgericht Heidelberg hat der 16-jährige Hauptangeklagte alle Vorwürfe eingeräumt. An Pfingsten verletzten zwei Kampfhunde, die er ausführte, einen Jugendlichen schwer.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Der 16-Jährige war an Pfingstmontag gemeinsam mit einem 22-jährigen Bekannten und mit den Hunden unterwegs, die seinem älteren Bruder gehörten. Laut Anklage hetzten die beiden die Hunde bei Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) auf einen 15-jährigen Jugendlichen. Sie und der Halter der American Staffordshire Terrier müssen sich seit Dienstag vor dem Heidelberger Landgericht verantworten.

Angeklagter entschuldigt sich für den Angriff

Zum Prozessauftakt verlas die Anwältin des 16-Jährigen eine Erklärung des Angeklagten, in der er alle Vorwürfe einräumte. Er sei leichtsinnig, unerfahren und überfordert im Umgang mit den jungen Hunden gewesen. Er habe die Tiere aus Spaß auf den 15-Jährigen gehetzt, um ihm Angst zu machen. Außerdem entschuldigte er sich für sein Verhalten.

Dauer

Opfer und Täter kannten sich flüchtig

Das mittlerweile 16-jährige Opfer schilderte den Ablauf des Angriffs vor Gericht und bestätigte die Vorwürfe der Anklage. Die Hunde hätten ihn vom Fahrrad gezerrt, nachdem der Angeklagte sie auf ihn gehetzt hatte. Er ist wegen der Verletzungen noch immer in ärztlicher Behandlung. Opfer und Täter kannten sich offenbar flüchtig.

Tatvorwurf: Schwere Körperverletzung

Den Angeklagten wird gemeinschaftliche schwere Körperverletzung vorgeworfen. Das Opfer sei zusammen mit drei weiteren Jugendlichen mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Die Hunde zogen den Jungen vom Rad und bissen ihn ins Gesicht. Dabei verletzten sie ihn schwer im Gesicht, am Arm und an der Hand.

Hundebesitzer ebenfalls angeklagt

Angeklagt ist auch der 22-jährige Besitzer der Hunde. Er ist der Bruder des 16-Jährigen. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft fahrlässige Körperverletzung vor. Der Mann hatte seinen minderjährigen Bruder und dessen Begleiter laut Staatsanwaltschaft mit den zwei Hunden ohne Maulkorb und Leine spazieren gehen lassen - womit er gravierend gegen die Kampfhundeverordnung verstieß.

Nach dem Prozessauftakt am Dienstag hat das Landgericht Heidelberg noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil ist für den 16. Dezember geplant.

Dauer
STAND