Ein Mann mit einer Kamera (Foto: SWR)

Rechte Straftaten in der Region nehmen zu Farbattacke auf Heidelberger Fotografen

Laut der Polizei Mannheim hat sich die Kriminalität aus dem rechten Milieu in der Region von 2017 auf 2018 um gut ein Drittel erhöht. Eines der Opfer ist ein Fotojournalist aus Heidelberg.

Die Schmierereien an einem Wohnhaus in Heidelberg sprechen eine deutliche Sprache. Mit roter Farbe führt eine symbolische Blutspur von der Eingangstür fast um das ganze Haus. Auch mehrere Wände wurden mit Farbe besudelt. An einer steht der Name des Kindes des Fotografen, darunter der Satz: "Dein Papa tötet Dich." Ein klarer Einschüchterungsversuch findet der Heidelberger Fotograf, den dies treffen soll. Er möchte anonym bleiben, um seine Familie zu schützen.

Fotograf kandidiert für die SPD

Der Fotograf sieht die Farbattacke auf seine ehemalige Wohnadresse als politisch motiviert. Er kandidiert gerade für einen Sitz im Heidelberger Gemeinderat für die SPD. Die Polizei schließt eine politisch motivierte Tat von rechts nicht aus und ermittelt wegen Sachbeschädigung und Bedrohung.

Einsätze als Fotograf bei den Demos in Kandel

Nach der Tötung eines 15-jährigen Mädchens durch einen Flüchtling aus Afghanistan im pfälzischen Kandel im Jahr 2017 ist es dort immer wieder zu Demonstrationen gekommen. Der Fototograf hat über diese Demos berichtet. Unter den Demonstranten waren auch Rechtspopulisten, die den Fotografen nach eigener Aussage schon oft verbal bedroht haben. Dass es jetzt zu einem Farbanschlag, mutmaßlich von Rechtsextremen auf seine ehemalige Wohnung kam, wundert ihn nicht.

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