Blumen vor Synagoge in Heidelberg (Foto: SWR)

Reaktionen auf Anschlag in Halle Vertreter jüdischer Einrichtungen in der Region besorgt

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle gelten für jüdische Einrichtungen in der Region noch immer erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Vertreter jüdischer Einrichtungen machen sich Sorgen.

Majid Khoshlessan (Foto: SWR)
Majid Khoshlessan

Der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Mannheim Majid Khoshlessan sagte, er habe sich nicht vorstellen können, dass ein einzelner Mensch so eine Tat plant und durchführt. Für ihn sei es unverständlich und inakzeptabel, dass die Synagoge in Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur nicht bewacht wurde.

Polizei überwacht Veranstaltungen

Für Mannheim und Heidelberg schloss er einen solchen Anschlag weitgehend aus: Jede Veranstaltung in den Synagogen würde von der Polizei bewacht - auch der normale Gottesdienst. Derzeit steht vor den Synagogen in Heidelberg und Mannheim jeweils ein Streifenwagen. Auch andere Einrichtungen wie zum Beispiel die Jüdische Hochschule in Heidelberg oder auch jüdische Friedhöfe werden laut Polizei verstärkt bestreift. Genauso wie jüdische Synagogen in Worms und Speyer.

Marina Nikiforova, die Geschäftsführerin der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer, ist geschockt. Es sei schlimm, dass vor allem ältere Menschen, die den Holocaust miterlebt haben, diesen Anschlag erleben mussten.

Dauer

Auch die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz habe schon Antisemitismus erfahren, sagt Marina Nikoforova. Vor zwei Jahren war ein Mann während des Gottesdienstes in die Synagoge eingedrungen und wollte die Spendenbox stehlen. Als er dabei erwischt wurde, rief er antisemitische Parolen. Außerdem hatte es neulich laut Nikoforova eine Manipulation des Online-Kartendienstes Google Maps gegeben. Wer dort nach der Synagoge suchte, las statt der Adresse das Wort "Kristallnacht". Der Beitrag wurde gemeldet und ist inzwischen berichtigt.

Das Mannheimer Forum der Religionen stellt sich nach eigenen Angaben an die Seite der jüdischen Gemeinde. Die Religionsvertreter verurteilen den Anschlag scharf, trauern mit den Leidtragenden und sind solidarisch mit den Angegriffenen, heißt es in einer Pressemitteilung.

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