Rassismus-Vorwürfe Sarotti-Werbung im Capitol Mannheim verhüllt

Die beiden Sarotti-Werbefiguren im Mannheimer Capitol sorgen seit Monaten für Diskussionen. Kritiker sehen sie als rassistisch an. Jetzt hat das Kulturzentrum reagiert - und die Figuren verhüllt.

Die Sarotti-Werbung im Mannheimer Capitol wurde verhüllt (Foto: SWR)
Die Sarotti-Werbung im Mannheimer Capitol wurde verhüllt

Die jetzt vorgestellte Installation stammt vom künstlerischen Leiter des Capitols, Georg Veit. Sie soll nach Angaben des Kulturzentrums dazu anregen, mit Besuchern über das Thema Alltagsrassismus im Gespräch zu bleiben.

Erneute Veränderung geplant

Geplant ist, dass die Sarotti-Werbung bis zum 8. März verhüllt bleibt. Dann geht im Capitol die Veranstaltungsreihe "Kein Platz für Rassismus" zu Ende. Anschließend sollen die Sarotti-Figuren, wieder im Original zu sehen sein, bevor sie erneut verändert werden.

Capitol begründet Entscheidung

Das Capitol hatte bereits vor einiger Zeit beschlossen, dass die mehr als 100 Jahre alte Werbefigur über der Getränke-Theke im Foyer grundsätzlich hängen bleiben soll. Die Geschäftsführung hatte das damit begründet, dass sich die Figur des Mohren historisch nicht mit Rassismus in Verbindung bringen lasse. Deshalb dürfe die Werbefigur, die schon seit den 60er Jahren dort hänge, bleiben. Daraufhin hatte die Geschäftsführung verschiedene Künstler, Grafiker und Illustratoren damit beauftragt, das historische Logo umgestalten.

Dauer

An dieser Entscheidung gibt es Kritik. Tahir Della von der "Initiative Schwarzer Menschen" sagte dem SWR, er sehe die Figur als rassistisch an - daran würde auch eine Umgestaltung nichts ändern. Capitol-Geschäftsführer Thorsten Riehle sagte, er habe großes Verständnis dafür, dass von Rassismus betroffene Menschen finden, die Werbung gehöre abgehängt. Man habe sich bewusst für einen anderen Weg entschieden, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Würde man die Werbung ins Museum hängen, käme diese Diskussion nicht zustande.

STAND