Angeklagte mit ihren Verteidigern und den Richtern (Foto: SWR, Harald Bürk)

Prozessauftakt am Landgericht Heidelberg Skandal um Kurzzeit-Kennzeichen: Zwei Angeklagte gestehen

Das Landgericht Heidelberg arbeitet die Affäre um Kurzzeit-Kennzeichen in der Wieslocher Kfz-Zulassungsstelle auf. Zwei der vier Angeklagten haben am Mittwoch gestanden.

Die Angeklagten gaben zu, dass sie unter falschen Namen Kfz-Kennzeichen von der Zulassungsstelle Wiesloch erworben haben. Die Bande soll in großem Stil mit Kurzzeit-Kennzeichen gehandelt haben.

Hintergrund der Geschichte: Ein Geschäftsmann aus Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis soll jahrelang mehrere hunderttausend Kurzzeit-Zulassungen in Wiesloch bestellt, diese an Zwischenhändler verkauft und dabei einen Millionengewinn gemacht haben.

Bundesweit Verkehrsverstöße begangen

Auf den Bestellformularen sollen Daten von Personen eingetragen worden sein, die davon nichts wussten. Auch Unterschriften wurden offenbar gefälscht. Mit den verkauften Kurzzeit-Kennzeichen begingen Autofahrer bundesweit Verkehrsverstöße, aber auch Straftaten wie Tankbetrug.

Das Landgericht Heidelberg befasst sich nur mit dem Vorwurf der Urkundenfälschung. Ob sich Mitarbeiter der Wieslocher Kfz-Zulassungsstelle bestechen ließen, wird möglicherweise Thema eines späteren Verfahrens sein.

Erstes Urteil im Dezember 2018

Ein Mannheimer Autohändler und dessen Sohn waren vergangenes Jahr vom Mannheimer Amtsgericht zu jeweils eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sie hatten Kurzzeit-Kennzeichen beantragt und dabei falsche Personalien angegeben. Die Schilder wurden anschließend mit Profit verkauft.

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