Prozessauftakt Schwarzarbeit (Foto: dpa Bildfunk, Tobias Hase)

Prozess am Landgericht Mannheimer Baufirma soll Fiskus betrogen haben

Zwei Brüder stehen in Mannheim vor Gericht, weil sie als Geschäftsführer einer Baufirma Schwarzarbeiter beschäftigt und dadurch Schaden in Millionenhöhe verursacht haben sollen. Einer hat bereits gestanden.

Die beiden Angeklagten sollen als Geschäftsführer der Baufirma durch die Beschäftigung von Schwarzarbeitern Krankenkassenbeiträge und Lohnsteuern in Höhe von rund einer Million Euro unterschlagen haben.

Beide saßen zum Prozessauftakt am Montag durch ihre Anwälte getrennt nebeneinander und würdigten sich keines Blickes. Zu zerrüttet ist inzwischen offenbar das Verhältnis der beiden 49 und 50 Jahre alten Männer. Der Jüngere legte zum Prozessbeginn ein umfassendes Geständnis ab und kündigte an, weitere Interna offen zu legen, falls sein Bruder nicht auch gestehen würde. Der 50-Jährige bestritt vor Gericht die Vorwürfe und sagte, er sei lediglich für die Auftragsaquise zuständig gewesen, nicht für die Bezahlung der Mitarbeiter.

Ex-Frau gab offenbar entscheidenden Hinweis

Aufgeflogen war der Fall durch die Ex-Frau eines der Angeklagten. Sie hatte der Polizei den entscheidenden Hinweis gegeben, so einer der Verteidiger gegenüber dem SWR. Insgesamt sind 40 Verhandlungstage angesetzt.

Schild vom Landgericht Mannheim (Foto: SWR)
Schild vom Landgericht Mannheim

Falsche Angaben beim Finanzamt

Laut Anklage hatten die Geschäftsführer bei vielen ihrer Mitarbeiter über eineinhalb Jahre lang die Löhne bezahlt, dem Finanzamt aber falsche Angaben über den ausgezahlten Lohn gemacht.

Die beiden Männer sitzen seit ihrer Festnahme im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft.

STAND