Akten Prozess (Foto: SWR)

Prozess um Menschenhandel vor dem Mannheimer Landgericht Anwalt informiert: Hauptangeklagter gesteht Taten

Ein Mann aus Wachenheim in der Pfalz steht mit seinen mutmaßlichen Komplizen wegen Menschenhandels vor dem Landgericht Mannheim. Der 50-Jährige soll die Mitangeklagten beauftragt haben, zwei junge Mädchen aus Rumänien nach Mannheim zu locken, um sich an ihnen zu vergehen.

Öffentlichkeit und Presse wurden zur Anklage-Verlesung ausgeschlossen, doch nach Auskunft seines Anwalts hat der 50-Jährige die Taten umfassend gestanden. In den Jahren 2017 und 2019 hat er laut Anklage Komplizen dafür bezahlt, die Minderjährigen mit falschen Angaben aus Rumänien nach Mannheim zu bringen. Er habe dann gegen ihren Willen Sex mit den Mädchen gehabt.

Dauer

Auch kinderpornografische Bilder bestellt

Dazu gehört auch, dass er die Rumänen beauftragt haben soll, ihm kinderpornografische Bilder zu organisieren. Die Ermittler hatten rund 100 Videos und über 6.000 einschlägige Bilder bei ihm gefunden. Ein Urteil wird Mitte März erwartet.

Vier Angeklagte im Gerichtssaal (Foto: SWR)
Prozess wegen Menschenhandels: Die vier Angeklagten im Gerichtssaal

Drei Männer und eine Frau als Helfer

Das Trio, das ihm 2019 geholfen haben soll, sein Vorhaben umzusetzen, steht ebenfalls vor Gericht. Bei den Angeklagten handelt es sich um drei Männer und eine Frau. Im Jahr 2017 hatte sich eine damals 15-Jährige selbst befreien können. Im vergangenen Jahr waren der Hauptangeklagte und zwei seiner Komplizen mit einem damals 14-jährigen Mädchen festgenommen worden. Der dritte Mitangeklagte wurde wenige Wochen später gefasst.

Missbrauch einer Fünfjährigen veranlasst?

Der Hauptangeklagte soll per Facebook auch den sexuellen Missbrauch eines damals fünfjährigen Mädchens in Rumänien veranlasst haben. Anschließend soll der 50-Jährige Videos von dem Missbrauch gekauft haben. Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, insgesamt mehr als 100 kinderpornografische Videos und mehr als 6.000 kinderpornografische Bilder gespeichert zu haben.

Hohen Sicherheitsvorkehrungen für den Prozess

Das Landgericht hat umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für Prozessbesucher angeordnet. Unter anderem gibt es Einlasskontrollen, bei denen auch Metalldetektoren eingesetzt werden.

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