Das Mannheimer Landgericht (Foto: SWR, Dagmar Kwiatkowski)

Strafverfahren am Landgericht Geständnis im Prozess in Mannheim um verprügelte schwangere Ehefrau

Der Angeklagte in einem Prozess am Landgericht Mannheim hat weitgehend gestanden, seine schwangere Ehefrau verprügelt zu haben. Das Baby war nach der Attacke gestorben.

Der Angeklagte bestritt, für den Tod des ungeborenen Babys verantwortlich zu sein. Seine Frau habe Tabletten genommen, die zum Schwangerschaftsabbruch führten. Er habe sie zwar geschlagen, aber nicht so fest, wie es die Staatsanwaltschaft in der Anklage darstellte.

Mann äußert sich zu Lebensumständen

Der Mann gab an, dass er gemeinsam mit seiner schwangeren Frau über Mittelsmänner aus Bulgarien nach Deutschland gekommen war. Sie hausten gemeinsam mit anderen in einer Art Zeltlager in einem Waldstück in Mannheim-Rheinau in der Nähe der B38. Dort soll es im vergangenen Sommer zu den Übergriffen gekommen sein.

Der Mann sagte, er sei schwer alkoholabhängig. Er habe auf seine Partnerin mit Ästen eingeschlagen. Als Grund gab er an, gekränkt worden zu sein. Die Beziehung der beiden ist offenbar von zahlreichen Ehebrüchen geprägt. Seine Aussage vor Gericht wirkte, als gehöre Gewalt für ihn zum Alltag.

Das ungeborene Kind starb

Wenige Tage nach der mutmaßlichen Tat war das ungeborene Kind tot. Zuvor hatte der Mann seine Frau zu seiner Schwester in Ludwigshafen bringen lassen. Seiner Familie hatte er laut Staatsanwaltschaft verboten, die Frau medizinisch versorgen zu lassen. Erst als das Kind einige Tage später im Mutterleib gestorben war und es der Frau immer schlechter ging, brachten Familienangehörige sie ins Krankenhaus.

Angeklagter spricht über persönliches Schicksal

Im Gerichtssaal wurde auch das persönliche Schicksal der Familie beleuchtet. Der Mann stand schon als 13-Jähriger auf dem Bau in Griechenland. Später war er Erntehelfer und Fischer. Er hatte mehrere Ehen, genauso wie seine Frau. Diese heiratete mit etwa 13 Jahren zum ersten Mal. Mit ihr hat der Mann vier Kinder. Zur Zeit der Tat arbeitete der Mann, der nicht lesen und schreiben kann, als Lagerhelfer und pendelte regelmäßig von Mannheim nach Frankfurt.

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