Landgericht und Amtsgericht Heidelberg (Foto: SWR)

Plädoyers am Landgericht Heidelberg Kampfhundeattacke in Leimen: Haftstrafen gefordert

Der Jugendliche, der im Juni in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) zwei Kampfhunde auf einen Teenager gehetzt haben soll, soll für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das forderte die Staatsanwältin.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Fall um schwere Körperverletzung. Der damals 16-jährige Hauptangeklagte habe Macht demonstrieren wollen und billigend in Kauf genommen, dass Hunde das Opfer beißen. Das zur Tatzeit 15-jährige Opfer leide unter posttraumatischen Belastungen. Der Jugendliche sei erheblich entstellt und werde unter den Narben sein Leben lang leiden. Der heute 17-jährige Hauptangeklagte hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt und sich bei dem Opfer entschuldigt.

In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte am Mittwoch vor Gericht wörtlich: "Der Vorfall tut mir unendlich leid, ich schäme mich".

Bewährungssstrafen für die beiden anderen Angeklagten gefordert

Für den 22-jährigen Bruder des Hauptangeklagten, dem die Hunde gehörten, und für den Begleiter beim Ausführen der Hunde forderte die Staatsanwältin jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung.

Verteidigung plädiert auf Bewährungsstrafe

Die Verteidigung plädierte auf eine Jugendstrafe für den Hauptangeklagten, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Der Hauptangeklagte sei schuldig. Er habe aber keine Macht demonstrieren wollen, sondern sei selbst von der Aggressivität der Hunde überrascht worden, so seine Verteidigerin. Für seinen Begleiter forderte die Verteidigung einen Freispruch, für den Halter der Hunde maximal eine einjährige Bewährungsstrafe.

Rechtsmediziner: Opfer der Kampfhunde-Attacke schwebte in Lebensgefahr

Die Beweisaufnahme war am Montag mit der Aussage eines Rechtsmediziners abgeschlossen worden. Demnach schwebte das Opfer nach dem Angriff der zwei Hunde in akuter Lebensgefahr. Die beiden Kampfhunde hatten dem damals 15-Jährigen die Nasenspitze abgebissen und die Ohrmuscheln zerbissen. Laut Staatsanwaltschaft hat der heute 17-jährige Hauptangeklagte die beiden Kampfhunde auf das Opfer gehetzt.

Angeklagter fühlte sich mit Kampfhunden überfordert

Er sei leichtsinnig, unerfahren und überfordert im Umgang mit den jungen Hunden gewesen, hatte der 17-jährige Hauptangeklagte im Prozess zugegeben. Er habe die Tiere aus Spaß auf den 15-Jährigen gehetzt, um ihm Angst zu machen. Er entschuldigte sich für sein Verhalten. Das Landgericht Heidelberg will kommenden Montag ein Urteil sprechen.

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