Neues Forschungszentrum ZIPP in Mannheim Mit High-Tech gegen psychische Probleme

Das Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) hat ein neues Forschungszentrum eröffnet. Dort werden neue Methoden erprobt, um beispielsweise Depressionen oder Ängste zu therapieren - unter anderem mit virtueller Realität.

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Das neue Zentrum für innovative Psychiatrie- und Psychotherapieforschung (ZIPP) will nach eigenen Angaben neue Wege gehen, um Betroffenen besser helfen zu können. Dazu werden neue Wirkstoffe und Therapien erforscht, die besser auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind. Das Zentrum bündelt dazu neueste Technologien und Methoden.

Ziel des ZIPP: Schnelle maßgeschneiderte Therapie

Im Kern geht es bei der Forschung um die Frage, was wann warum bei psychischen Erkrankungen im Gehirn passiert und wie man diese Vorgänge beeinflussen kann. Ziel sei es, so die Leiterin Gabriele Ende, "möglichst schnell maßgeschneiderte Behandlung zu ermöglichen".

ZI-Gebäude in Mannheim (Foto: SWR, Christian Scharff)
ZI-Gebäude in Mannheim Christian Scharff

Virtuelle Realität als Therapie

Zur Ausstattung des 2.500 Quadratmeter großen Zentrums gehören mehrere Diagnosegeräte wie Magnetresonanz-Tomographen (MRT) oder Magnetenzephalographen (MEG). In einer psychiatrischen Biobank werden Proben gesammelt und ausgewertet, die neue Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche bringen sollen.

Außerdem gibt es ein sogenanntes VR-Labor, in dem Techniken der virtuellen Realität eingesetzt werden können, etwa um Patienten mit Angststörungen gezielt mit den Ursachen ihrer Ängste konfrontieren zu können. Die Forscher erhoffen sich davon Aufschlüsse über die Verarbeitung von Reizen.

Positronenemissons-MRT am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (Foto: SWR, Christian Scharff)
Modernste Bildgebungstechnik: Positronenemissons-MRT am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Christian Scharff

Feierliche Einweihung am Montag

Das ZIPP ist im Gebäude des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in der Mannheimer Innenstadt untergebracht. Es kostete 56 Millionen Euro. Förderer sind Bund, Land und die Klaus-Tschira-Stiftung. Die Bauarbeiten dauerten drei Jahre. Zur Eröffnung am Montag kam auch die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

Gerhard Gründer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (Foto: SWR, Christian Scharff)
Gerhard Gründer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Christian Scharff

Laut Zentralinstitut für Seelische Gesundheit sind 40 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens von einer psychischen Erkrankung betroffen.

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