Baden-Württemberg, Mannheim: Blick auf den Eingangsbereich des Nationaltheaters.  (Foto: picture-alliance / dpa)

Generalsanierung des Nationaltheaters Stadt Mannheim will Hälfte der Kosten tragen

240 Millionen Euro kostet die Sanierung des Mannheimer Nationaltheaters. Bund und Land übernehmen die Hälfte. Die Stadt hatte auf mehr gehofft, will aber nun die andere Hälfte selbst bezahlen.

Noch in diesem Jahr will die Stadt Mannheim einen entsprechenden Antrag in den Gemeinderat einbringen. Das sagte ein Sprecher der Stadt am Montag. Wenn der Gemeinderat zustimmt, muss die Stadt 120 Millionen Euro für die Sanierung des Theaters aufbringen.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass das Land Baden-Württemberg sich mit 40 Millionen an den Sanierungskosten beteiligt. Vor allem Vertreter der Oppositionsparteien hatten sich darüber enttäuscht gezeigt. Sie hatten gehofft, dass das Land - ebenso wie der Bund - ein Drittel der Gesamtkosten zuschießen würde, also 80 Millionen Euro.

Mannheims OB Kurz: "Große Hilfe" fürs Nationaltheater

Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme am Montagmorgen, die Zuschüsse von Bund und Land seien eine "große Hilfe und ermöglichen die Sanierung des Nationaltheaters". Beide Seiten erkennen laut Kurz damit "die außergewöhnliche Stellung" des Theaters an.

40-Millionen-Zuschuss des Landes umstritten

Die Mannheimer Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Zimmer zeigte sich am Sonntag im SWR mit dem Landeszuschuss zufrieden. "Eine 40-Millionen-Euro-Zusage vom Land für ein rein kommunales Theater ist eine gigantische Zusage", sagte sie. Es sei ja eine rein freiwillige Leistung und insofern "eine tolle Nachricht".

Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel (CDU) und der Mannheimer Landtagsabgeordnete Stefan Fulst-Blei (SPD) zeigten sich dagegen enttäuscht. Man habe mit dem Doppelten gerechnet, so Fulst-Blei und verwies auf die Theatersanierungen in Stuttgart und Karlsruhe, bei denen es um "deutlich über 100 Millionen Euro" gehe. Für Mannheim habe er erwartet, dass das Land ein Drittel der Kosten, also 80 Millionen Euro, übernehme. Er habe den Eindruck, Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) mache sich regelmäßig "einen schlanken Fuß, wenn es um Mannheim geht".

Auch Löbel sprach im SWR von der "klaren Zielrichtung" einer Drittellösung: Bund, Land und Stadt. Er erwarte nun bei etwaigen Mehrkosten, dass das Land noch was draufsattele, "um seiner Verantwortung für das Nationaltheater und die Stadt gerecht zu werden".

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