Nach Angriff auf Jugendlichen Drastische Erhöhung der Steuer für Kampfhunde in Leimen beschlossen

Die Stadt Leimen wird die Hundesteuer für Listenhunde, also sogenannte Kampfhunde, drastisch erhöhen. Das hat der Gemeinderat entschieden. Halter sollen künftig 600 Euro pro Jahr zahlen, bisher waren es 96 Euro.

Hund mit Maulkorb (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Philipp Schulze / dpa)
Kampfhunde brauchen in der Öffentlichkeit einen Maulkorb picture alliance / Philipp Schulze / dpa

Die Mehrheit des Gemeinderates hat sich am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, dass die Steuer für Listenhunde, also sogenannte Kampfhunde, zukünftig von bisher 96 Euro auf 600 Euro pro Jahr und Hund erhöht wird. Allerdings gibt es einen Bestandsschutz für Kampfhundebesitzer, deren Tiere die Wesensprüfung bestanden haben und somit als nicht potentiell gefährlich gelten. Diese Hunde werden nicht höher besteuert.

In Leimen sind laut Stadt derzeit etwa 30 Listenhunde gemeldet. Hintergrund der geplanten Steuererhöhung ist der Angriff zweier Kampfhunde auf einen 15-jährigen Radfahrer an Pfingsten in Leimen. Die Hunde rissen den Jungen vom Fahrrad und verletzten ihn schwer. Er erlitt durch den Angriff lebensgefährliche Verletzungen an Nase und Ohren.

Auch Weinheim führt hohe Steuer für Kampfhunde ein

Leimen ist nach eigenen Angaben nicht die erste Stadt in der Region, die die Steuer auf Kampfhunde erhöht hat. Erst in der vergangenen Woche hatte beispielsweise Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) die Steuer drastisch angehoben.

Petition gestartet: Kampfhundehalter fühlen sich ungerecht behandelt

Im Internet hatten Leimener Bürger eine Petition gegen die geplante Steuererhöhung gestartet. Bis Freitagmorgen hatten sich dort rund 300 Unterzeichner eingetragen, knapp 100 davon aus Leimen.

Auf der Internetseite hatten Kampfhundebesitzer zuvor beklagt, dass sie sich ungerecht behandelt fühlten. Wegen der Hundeattacke an Pfingsten würden die 30 Kampfhundehalter nun alle mit einer höheren Steuer bestraft. "Das ist an Ungerechtigkeit nicht zu überbieten!", hieß es auf der Seite. Alle der Hunde hätten einen Wesenstest absolviert, es habe nie Probleme mit den Hunden gegeben.

Dauer

Kampfhundeverordnung im Land seit Jahren in Kraft

Das Land Baden-Württemberg hat bereits im Jahr 2000 eine sogenannte Kampfhundeverordnung erlassen. Weil sie besonders aggressiv und gefährlich sind, gilt für die Hunde eine Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit.

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