Finger eines Flüchtlings wird auf einem Handabdruckscanner eingescannt (Foto: picture-alliance / dpa, Lino Mirgeler)

Minderjährige Asylbewerber in Mannheim 17 der Straffälligen doch schon volljährig

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, die straffällig sind, bereiten der Stadt Mannheim schon lange Probleme. Jetzt wird klar - es sind deutlich mehr und etliche sind gar nicht minderjährig.

Bislang war in Mannheim immer die Rede von einer kleinen Gruppe krimineller Jugendlicher – meist aus Marokko. Mal sprach die Stadt Mannheim von 10 bis 15 Personen, dann wieder hieß es, es seien sieben problematische Jugendliche. Diese minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge wurden separat auf einem ehemaligen US-amerikanischen Militärgelände untergebracht. Fünf dieser sogenannten UMA waren dort nach Polizeiangaben untergebracht, drei werden allerdings mittlerweile vermisst. Jetzt heißt es von Seiten des LKA Baden-Württemberg und der Polizei Mannheim: Es laufen aktuell 53 Personenfeststellungsverfahren gegen jugendliche Asylbewerber. Diese 53 sind keine Gruppe, sondern Männer, die sich in Mannheim aufgehalten hatten, und straffällig wurden.

Nicht Jugendlich - erwachsen

Bei 17 dieser Überprüften ist jetzt klar: Sie sind deutlich älter als 18 Jahre. Ihr Alter liegt zwischen 18 und 28 Jahren - damit sind sie strafmündig. Wie es auf SWR-Anfrage bei der Polizei heißt, ist in Mannheim ein reges Kommen und Gehen unter den Jugendlichen bis jungen Männern. Immer wieder kämen neue junge Flüchtlinge an - weit über 100 im Jahr. "Durchlauferhitzer", so nennt die Polizei Mannheim dieses Problem. Häufig würden sie sich als minderjährig ausgeben, obwohl sie es gar nicht sind. Schwierig dabei: Die jungen Männer werden zwar festen Unterkünften zugeordnet, bleiben da aber nicht unbedingt.

Dauer

Jugendliche tauchen ab

Nach einem Treffen zwischen der Stadt Mannheim und dem Land, an dem Sozial- und Innenministerium beteiligt waren, wurden teilweise Aufenthaltsverbote für Mannheim ausgesprochen. Die Männer tauchen dann allerdings immer wieder ab. Erst gestern soll einer von ihnen in Hamburg aufgriffen worden sein. Von Seiten der baden-württembergischen CDU heißt es, das Beispiel Mannheim zeige, dass staatliche Stellen in der Lage sein müssen, gegen kriminelle Flüchtlinge vorzugehen. Deshalb sei jetzt auch die Bundesregierung gefordert. Die Ausweisung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer müsse sofort wieder auf die Agenda genommen werden.

Grüne begrüßen Altersfeststellung

Die Grünen im baden-württembergischen Landtag begrüßen die konsequente Altersuntersuchung von jugendlichen Intensivtätern, wie sie jetzt in Mannheim erfolgt ist. Der innenpolitische Sprecher und Landtagsabgeordnete aus Weinheim Ulrich Sckerl sagte dem SWR: "Für kriminelle Heranwachsende darf es keinen Rabatt mehr geben." Es müsse verlässlich festgelegt werden, wann gründliche Gespräche sowie Identitäts- und Altersüberprüfungen durch das zuständige Jugendamt reichen - und wann zum Beispiel ärztliche Untersuchungen stattfinden müssen.

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