Ex-Dekan aus Lahr vor Gericht  (Foto: SWR)

Fingierte Rechnungen, unterschlagene Spendengelder Ex-Dekan aus Lahr muss ins Gefängnis

Jahrelang hat ein Geistlicher des Erzbistums Freiburg kirchliche Institutionen um hohe Summen betrogen. Am Montag hat das Mannheimer Landgericht in dem Prozess um Untreue und Betrug das Urteil verkündet: Der Mann muss für vier Jahre in Haft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der katholische Geistliche die Kirche um etwa 228.000 Euro betrogen hat. Bereits vor dem Urteil am Montag hatte der 54-Jährige die Vorwürfe eingeräumt. Er hat demnach den Caritasverband Lahr, das dortige Pfarramt und das Ursulinenkonvent Mannheim unter anderem mit fingierten Rechnungen betrogen.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Ein vollständiges Geständnis war Teil einer Abmachung zwischen den Gerichtsparteien. Das Verfahren wurde dadurch deutlich verkürzt. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung sah dagegen eine Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren und neun Monaten als ausreichend an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger des Geistlichen sagte aber nach SWR-Informationen, man werde nicht in Revision gehen.

"Mir tut das Ganze wahnsinnig leid"

Als das Gericht vergangene Woche den Angeklagten zu seinen "letzten Worten" aufforderte, sagte der Mann: "Mir tut das Ganze wahnsinnig leid, das hilft jetzt nicht viel, aber es ist so."

Dauer

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger bedauerte, dass ein Priester der Erzdiözese kirchliche Institutionen erheblich geschädigt hat: "Er hat nicht nur materiellen Schaden verursacht, sondern auch massiv das Vertrauen seiner Mitarbeitenden missbraucht", teilte er mit. Es schmerze ihn, dass ein Priester zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden sei, aber Recht und Gesetz müssten auch im Raum der Kirche gelten. "Deshalb bin ich froh, dass die Angelegenheit durch das gerichtliche Verfahren nun aufgearbeitet wurde."

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