Mehr als 140 Polizisten im Einsatz Razzia gegen Bandenkriminalität in Mannheim

Mit etwa 140 Beamten hat die Polizei im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West Razzien durchgeführt. Hintergrund sind Hinweise auf organisierte Bandenstrukturen, so ein Polizeisprecher.

Die Schwerpunktaktion mit dem Namen "Sichere Neckarstadt" startete am Donnerstagabend um 19 Uhr und dauerte bis in die Nacht. Von der Razzia erwartete man sich Erkenntnisse über mögliche Fälle von Zwangsprostitution und organisierten Drogenhandel sowie Einbruchdiebstahl, hieß es von der Polizei.

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Vier Gaststätten im Fokus

Vier Gaststätten in der Mittelstraße, in der Lutherstraße und in der Langstraße seien am Donnerstagabend durchsucht worden, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. Eine weitere Gaststätte sei losgelöst von der Razzia untersucht worden. Frühere Ermittlungen gegen eine Bande, die Einbrüche in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) verübt hatte, hätten ergeben, dass es sich bei den Objekten vermutlich um Rückzugsorte für Kriminelle handele, die dort Straftaten planten. Es gehe um Straftaten im Kontext von Bandenkriminalität, hieß es.

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Um nach den Durchsuchungen die Personalien feststellen zu können, hatte die Polizei extra eine sogenannte Bearbeitungsstraße aufgebaut. Dafür wurde der Neumarkt komplett abgesperrt. Insgesamt sind laut Polizei bei der Razzia und in der weiteren Gaststätte 42 Personen kontrolliert worden. Gegen fünf Männer wurden Ermittlungen aufgenommen.

"Wo gibt es Angsträume, wo gibt es Bereiche, in die wir genau hineinschauen müssen? Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit der Stadt Mannheim angehen."

Norbert Schätzle, Polizeisprecher Mannheim

Mehrere Menschen seien zur Identitätsfeststellung vorübergehend festgehalten worden. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben.

Ermittlungen gegen fünf Verdächtige

Unter anderem werde nun wegen des Verdachts der Geldwäsche, Förderung der Prostitution sowie wegen Verstößen gegen das Arzeimittel- und Waffengesetz gegen vier Verdächtige ermittelt, hieß es. Gegen einen weiteren werde wegen Kokain- und Marihuanahandels ermittelt.

Ein Mann habe beim Betreten einer Gaststätte durch die Beamten noch Drogen geschluckt. Er wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht, Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, sagte der Sprecher. Welche Drogen der Mann in welcher Menge zu sich genommen hatte, war vorerst nicht bekannt.

"Also in der Neckarstadt-West ist es schon gefährlich. Hier gibt es jeden Abend Schlägereien. Polizisten sind unterwegs."

Anwohner in der Neckarstadt-West während der Razzia

Nach Angaben eines Polizeisprechers hat sich das Sicherheitsgefühl der Bewohner des Stadtteils seit Jahren verschlechtert. Deshalb wolle man jetzt zusammen mit der Stadt gezielt Schwerpunktaktionen setzen.

Polizisten bei einer Razzia im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West (Foto: SWR, Patrick Figaj)
Rund 140 Beamte waren am Donnerstagabend im Einsatz. Patrick Figaj

Polizei und Stadt gemeinsam

Der Polizeipräsident von Mannheim, Andreas Stenger, sagte, es sei wichtig, stärker Präsenz zu zeigen.

"Wir werden auch in Zukunft zur Steigerung der Sicherheit im öffentlichen Raum weiter Präsenz zeigen. Die Neckarstadt-West ist ein besonderes Quartier. Wir verfolgen hier mit einer besonderen Strategie die Situation. Die Maßnahme jetzt ist Teil eines abgestimmten Konzepts."

Andreas Stenger, Polizeipräsident Mannheim

Bürgermeister Christian Specht (CDU) ergänzte, man wolle diesen Stadtteil für die Menschen, die hier leben, wieder lebenswert gestalten und dafür sorgen, dass sie sich sicher fühlen. Das sei nur mit besonderer und starker Polizeipräsenz bei solchen Aktionen möglich.

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