Drei völlig zerstörte PKW auf der Jungbuschbrücke (Foto: picture-alliance / dpa, René Priebe)

Mannheimer Raser verurteilt Richter: "Haarscharf an Haftstrafe vorbei"

Er war mit 110 statt 50 Stundenkilometern in Mannheim unterwegs und verlor die Kontrolle über sein Auto. Eine Mutter und ihre kleine Tochter wurden schwer verletzt. Ins Gefängnis muss der Mann aber nicht.

Das Amtsgericht verurteilte den 24-Jährigen am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Außerdem muss er Arbeitsstunden leisten und 10.000 Euro Wiedergutmachung zahlen. Der Richter sagt, der Angeklagte sei "haarscharf an einer Haftstrafe vorbei gekratzt". Es sei nicht zu entschuldigen, unter Drogen oder Alkohol Auto zu fahren.

In Kurve Gas gegeben

Der 24-Jährige war wegen Gefährdung im Straßenverkehr angeklagt. In einer Kurve auf der Mannheimer Jungbuschbrücke hatte er am Unfalltag - dem 16. Dezember 2017 - Gas gegeben und seinen Wagen auf 110 Stundenkilometer beschleunigt. Obwohl nur 50 Stundenkilometer erlaubt waren. Dabei verlor der Fahrer die Kontrolle über sein Auto und schleuderte in den Gegenverkehr.

Mit Kleinwagen zusammengeprallt

Er kollidierte frontal mit dem Kleinwagen einer Mutter und ihrer zweijährigen Tochter. Beide schwebten danach in Lebensgefahr. Die Mutter ist wegen ihrer schweren Hirnverletzungen noch immer auf betreuung angewiesen. In die Unfallautos krachten laut Polizei noch drei weitere Fahrzeuge. Auch der Unfallverursacher wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Angeklagter hatte Drogen genommen

Strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis des jungen Mannes und die Tatsache, dass er sich vor dem Unfall nichts zu Schulden hat kommen lassen. Es tue ihm unendlich leid, was er den Unfallopfern angetan habe, sagte der 24-Jährige vor Gericht.

Eine Polizeibeamtin, die den Angeklagten damals vernommen hatte, sagte, der Mann habe geweint, als sie ihm erzählte, dass die Mutter mit ihrem Kind in Lebensgefahr schwebe. Auch habe er immer wieder nachgefragt, wie es den beiden gehe. Der Mann kündigte über seinen Anwalt an, der Familie Geld geben zu wollen.

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