Moschee in Mannheim (Foto: SWR, dpa)

Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt Mannheimer Ditib-Moschee nach Bombendrohung wieder frei

Nach einer Bombendrohung ist die Ditib-Moschee in Mannheim am Montagnachmittag wieder freigegeben worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Drohmails waren auch gegen Moscheen in Duisburg und Mainz eingegangen.

Die Drohmail war am Montagvormittag in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim eingegangen. Darin war von einem Bombenanschlag am Montagnachmittag die Rede. Die Polizei hatte die große Moschee daraufhin durchsucht und das Gotteshaus erst nach Stunden wieder freigegeben. Auch gegen die Ditib-Moscheen in Duisburg und Mainz, sowie die Linken-Parteizentrale in Berlin gingen am Montag Bombendrohungen ein.

Rechtsextremes Netzwerk als Verfasser der Drohmails?

Die Drohmails waren jeweils mit "Combat 18" unterzeichnet. Dabei handelt es sich um ein rechtsextremes Netzwerk, das als bewaffneter Arm des verbotenen Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour" gilt. Das Bundesinnenministerium prüft derzeit, ob die rechtsextreme Gruppe "Combat 18" verboten werden kann. Die Prüfung wurde veranlasst, weil der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke möglicherweise Kontakte zu der Gruppe hatte.

Im Laufe des Dienstags wollen die Ermittler Einzelheiten zu der Bombendrohung in Mannheim bekanntgeben. Zuständig ist nach SWR-Informationen die Ermittlungsabteilung V der Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Diese ermittelt unter anderem wegen Straftaten mit extremistischem Hintergrund sowie sonstigen politisch, rassistisch, fremdenfeindlich und religiös motivierten Straftaten.

"Aktuelle Bedrohungslage wird sehr unterschätzt"

Der Koordinationsrat der Muslime fordert mehr Schutz. "Der Staat steht in der Pflicht, vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen", erklärte KRM-Sprecherin Nurhan Soykan am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. In den vergangenen beiden Wochen seien immerhin neun Moscheen wegen Bombendrohungen geräumt und durchsucht worden. "Die aktuelle Bedrohungslage wird sehr unterschätzt", erklärte Soykan. "Unter den aktuellen Umständen sind Muslime weit entfernt davon, ohne Bedenken in die Moschee zu gehen - unser Zusammenleben ist gefährdet, damit auch unsere Demokratie", erklärte Soykan.

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