Prozess vor dem Landgericht Darmstadt Angeklagter schweigt zur Explosion seines Hauses

Vor dem Landgericht Darmstadt hat der Prozess gegen einen 60-jährigen Mann begonnen, der im März durch eine Explosion sein Haus in Birkenau-Löhrbach zerstört haben soll.

Am Dienstag sind Zeugen und Sachverständige vernommen worden. Der Angeklagte selbst äußert sich nicht. Er machte keine  Angaben zur Person und auch nicht zur Sache.

Schaltkreis mit zwei Batterien


Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, das Gas-Kraftstoffgemisch in dem Haus mit einem Zünder selbst zur Explosion gebracht zu haben. Es soll aus einem Schaltkreis mit zwei Batterien, einem Widerstand und einem an einem Streichholz gebundenen Draht bestanden haben.

Landgericht Darmstadt (Foto: SWR, Michaela Dymski)
Michaela Dymski

Arbeitslos und Schulden

Bei der Explosion entstand Sachschaden in Höhe von rund 100.000 Euro.
Der Mann ist von Beruf Dreher und ein guter Bastler. Er war nach einem Arbeitsunfall Mitte 2018 arbeitslos geworden, war ohne Einnahmen und hatte Schulden. Er konnte so das Haus finanziell nicht mehr halten, das deswegen zwangsversteigert werden sollte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die geplante Zwangsversteigerung des Hauses verhindern wollte.

Zwei Tage auf der Flucht

Nach der Explosion war der Mann zwei Tage in seinem Auto auf der Flucht. Er gab sich am Dienstag vor Gericht selbstbewusst, redete laut und manchmal fast ironisch. Bis Ende August sind für den Prozess zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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