Krabbeltiere als Zutaten Mudauer Bäcker backt Insektenbrot

Grillen, Heuschrecken, Mehlwürmer: Was anderswo das Gesundheitsamt auf den Plan rufen würde, verarbeitet Siegfried Brenneis zu einer seiner Spezialitäten: Insektenbrot. Eklig oder lecker?

Insektenbrot (Foto: SWR)
Insektenbrot in der Mudauer Backstube

Die knusprig braunen Brotlaibe liegen dicht an dicht im Ofen der Backstube in Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis. Lecker sehen sie aus, und auf den ersten Blick ziemlich normal. Doch die Brote haben es in sich: Zehn Prozent gefriergetrockenete und geröstete Insekten enthalten sie. Flügel und Beine werden vorher entfernt.

Seit 2018 ist in Deutschland der Verkauf von essbaren Insekten zugelassen. Und manch ein Experte sieht in Insekten schon den wichtigsten Ernährungstrend der Zukunft, der den Eiweißbedarf weltweit decken und den Fleischbedarf senken könnte.

"In Asien ist es völlig normal, Insekten zu essen"

Maden für Insektenbrot auf einem Tisch (Foto: SWR)
Eiweißreich, aber sicher nicht jedermanns Geschmack

Siegfried Brenneis, immerhin Teamchef der Deutschen Bäcker-Nationalmannschaft, experimentiert gerne. "In Asien ist es völlig normal, Insekten zu essen", sagt er, und auch in Europa werde der Trend sich durchsetzen. Schließlich seien sie "schmackhaft und proteinreich".

Testesser in Hamburg und Berlin waren begeistert

Vorgestellt hat er sein Insektenbrot bereits in Berlin und Hamburg, und überall seien die Test-Esser begeistert gewesen, sagt er. Allerdings kann er auch verstehen, dass viele skeptisch bleiben und sich angeekelt abwenden.

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