Mehr Geld für Klimaschutz Heidelberger Klimakonferenz endet optimistisch

Rund 700 Experten aus aller Welt haben in Heidelberg zwei Tage lang über den Kampf gegen die Erderwärmung diskutiert. Zum Abschluss verabschiedeten die Teilnehmer eine Deklaration.

Klimakonferenz in Heidelberg (Foto: SWR, Dagmar Kwiatkowski)
Zwei Tage lang tauschten sich Experten, Wissenschaftler und Politiker in Heidelberg aus. Dagmar Kwiatkowski

In der Deklaration erklärten die Vertreter der Nationalregierungen, einen Finanzrahmen entwickeln zu wollen, der Investitionen in eine klimafreundliche Infrastruktur auf lokaler Ebene ermöglicht. Das sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Donnerstag in Heidelberg.

Zusammenarbeit beim Klimaschutz zugesagt

Zwei Tage lang hatten die rund 700 Klimaexperten über konkrete Projekte diskutiert - und wie man strukturelle Hürden für Klimaschutz überwinden kann. Die beteiligten Länder und Regionen sicherten zu, Verantwortung für eine Raumplanung zu übernehmen, die den Klimawandel berücksichtigt, so Schulze.

Gleichzeitig sagen die Städte zu, Klimaziele bei allen relevanten Dienstleistungen zu berücksichtigen. Als gemeinsames Ziel sei außerdem vereinbart worden, einen "durch Zusammenarbeit gekennzeichneten Klimaschutz zu verfolgen".

Untersteller: Nächste Jahre entscheiden über Zukunft des Planeten

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sagte, die nächsten Jahre seien entscheidend dafür, "ob wir den Klimawandel eindämmen und unseren Planeten als lebenswert erhalten können".

Immer wieder Protestkundgebungen

Im Umfeld der Konferenz starteten Aktivisten immer wieder Protestkundgebungen, um auf ihre Forderung nach mehr Klimaschutz aufmerksam zu machen. Bei einer dieser Aktionen wurde die Zukunft symbolisch zu Grabe getragen.

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Protest auf der Theodor-Heuss-Brücke

Schon am Mittwochnachmittag hatten Aktivisten einer Gruppe namens "Extinction Rebellion Heidelberg" die Heidelberger Theodor-Heuss-Brücke blockiert. Durch die Blockade bildeten sich längere Staus.

Schulze: Kommunen Teil des Problems und der Lösung

Zum Auftakt am Mittwoch hatte Bundesumweltministerin Schulze zur Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Im Fokus stehe die Einbindung der Kommunen. In den Städten würden mehr als 60 Prozent des C02-Ausstoßes verursacht. Sie seien "Teil des Problems und wichtiger Teil der Lösung".

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In Deutschland werde die Regierung 2019 zum Jahr des Handelns für den Klimaschutz machen, sagte Ministerin Schulze, etwa durch ein geplantes Gesetz für den vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Das Ziel sei, die Erderwärmung nicht nur bei zwei Grad anzuhalten, sondern schon bei 1,5 Grad - gemessen am vorindustriellen Level. Für einige Länder und für viele Millionen Menschen werde das einen existenziellen Unterschied machen.

Kretschmann: Kommunen spielen Schlüsselrolle

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) unterstrich die Schlüsselrolle der Kommunen beim Klimaschutz. Nationale Parlamente könnten Energiewende, Mobilitätswende, nachhaltiges Bauen und Wohnen anschieben. Umgesetzt werden könne es nur vor Ort in den Regionen und Kommunen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), Oberbürgermeister Eckart Würzner in der ersten Reihe des Plenums.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), Oberbürgermeister Eckart Würzner in der ersten Reihe des Plenums. Picture Alliance

OB Würzner: Brückenschlag auf allen Ebenen

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) sprach am Donnerstag von einem "Brückenschlag zwischen allen Ebenen". Es gehe um eine globale Veränderung der Atmosphäre mit großen Veränderungen für die Menschheit. Die internationale Klimakonferenz, im englischen Original "international conference on climate action" (ICCA) war nach Angaben der Organisatoren ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Klimagipfel der Vereinten Nationen im September in New York.

Klimaschutzfest als Rahmenprogramm

An beiden Konferenztagen gab es zahlreiche Veranstaltungen in der Stadt, etwa das Klimaschutzfest auf dem Universitätsplatz, mit E-Fahrzeugen zum Testen und Mitmachaktionen. Auch der Comedian Eckart von Hirschhausen trat auf.

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"Ich glaube, wer sich auf der internationalen und nationalen Ebene unterhält, der wird merken, wir haben gigantische Möglichkeiten. Wenn wir das gemeinsam machen, dann können wir auch unsere Klimaschutzziele erreichen."

Eckart Würzner im SWR-Aktuell Interview
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