Königin Silvia erhält den Karl-Kübel-Preis in Bensheim (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa Pool/dpa)

Karl-Kübel-Preis für Königin von Schweden Auszeichnung für Königin Silvia in Bensheim

Königin Silvia von Schweden hat am Freitag im südhessischen Bensheim einen Preis für ihr Engagement zum Schutz für Kinder erhalten. Einige Prominente kamen, um zu gratulieren.

Königin Silvia nimmt in Bensheim den Karl-Kübel-Preis entgegen, von Matthias Wilkes (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa Pool/dpa)
Königin Silvia erhält von Matthias Wilkes, dem Stiftungsratsvorsitzenden der Karl-Kübel-Stiftung, den diesjährigen Karl-Kübel-Preis. picture alliance/Uwe Anspach/dpa Pool/dpa

Königin Silvia ist am Freitag in Bensheim mit dem Karl-Kübel-Preis der Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie ausgezeichnet worden. Der Preis umfasst 25.000 Euro und soll das Engagement der gebürtigen Heidelbergerin für Kinder und Jugendliche würdigen.

Königin Silvia bei Preisverleihung des Karl-Kübel-Preises in Bensheim, mit Christina Stürmer und Peter Maffay (Foto: SWR, Matthias Wiest)
Königin Silvia (Bildmitte mit türkis-farbenem Kleid), umringt von Kindern. Rechts im Bild: Sängerin Christina Stürmer (im beige-farbenen Rock), links neben ihr steht Peter Maffay. Matthias Wiest

"Königin Silvia ist Stifterin wie Karl Kübel und die Inhalte ihrer Stiftung sind quasi fast identisch mit dem, was wir als Karl-Kübel-Stiftung auch verfolgen: Sich für benachteiligte Kinder einzusetzen. Und darüber hinaus ist die Stiftung entstanden aus einem deutsch-schwedischen Vertrag, im Jahr 1972."

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Karl-Kübel-Stiftung, Matthias Wilkes im SWR

Wilkes sagte weiter, an Königin Silvia gerichtet: "Sie sind eine Königin der Herzen und eine Hoffnungsträgerin für Kinder in Not."

Silvia habe "hingeschaut, wo andere weggeschaut haben"

Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt Sänger Peter Maffay. Er sagte, die "World Childhood Foundation" (WCF), deren Vorsitzende die schwedische Königin ist, habe seit 1999 rund 500 Projekte weltweit mit 65 Millionen US-Dollar unterstützt. "Sie haben hingeschaut, wo andere weggeschaut haben", sagte Maffay mit Blick auf Königin Silvia.

"Childhood-Häuser" bewahrten Kinder vor Retraumatisierung

Die WCF ermögliche etwa mit ihren "Childhood-Häusern", dass die Opfer von sexueller Ausbeutung und Missbrauch so selten wie möglich von Ärzten, Therapeuten, Polizei, Pädagogen und Juristen befragt werden müssen. So werde einer Retraumatisierung vorgebeugt. "Sie sind eine Persönlichkeit voller Mut, Zivilcourage und Empathie und ein Leuchtturm in unruhigen Zeiten", sagte Maffay.

Dauer

Autogrammstunde vorab

Zu dem Termin waren mehrere Prominente eingeladen, beispielsweise der Mannheimer Comedian Bülent Ceylan. Maffey und Ceylan waren am Vormittag bereits vor der Ankunft Ihrer Majestät vor Ort und gaben Autogramme und Interviews.

Dauer

Ceylan witzelte zunächst vor den TV-Mikros, er sei nur deswegen da, weil es "was zu essen und zu trinken gebe". Dann sagte er, er finde es "toll, dass Königin Silvia einen Preis bekommt", weil sie "viele gute Sachen" auch für Kinder mache.

Königin Silvia ruft zu schnellem Handeln auf

Die schwedische Monarchin rief in ihrer Dankesrede Eltern, Politiker und Fachleute auf, endlich zu handeln. Allein in Deutschland seien laut Weltgesundheitsorganisation mehr als eine Million Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen. Das seien ein bis zwei Kinder pro Schulklasse. "Wir können jedoch eine Menge dagegen tun."

Königin Silvia, Vorsitzende der "Childhood-Foundation"

In ihrer Funktion als Vorsitzende der Childhood-Stiftung hat Königin Silvia am Donnerstag in Heidelberg das bundesweit zweite "Childhood-Haus" eingeweiht, eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt oder Missbrauch wurden.

Königin Silvia besichtigt mit Elke Büdenbender die Räumlichkeiten des "Childhood-Hauses" in Heidelberg. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Uwe Anspach/dpa)
Königin Silvia (vorn im Bild) besichtigt mit Elke Büdenbender (links), Ehefrau von Bundespräsident Steinmeier, die Räumlichkeiten des "Childhood-Hauses" in Heidelberg. picture alliance/Uwe Anspach/dpa

Der Karl-Kübel-Preis

Der Karl-Kübel-Preis wird seit 1990 jährlich an Prominente vergeben, die sich für Kinder und Familien engagieren. Er geht auf den Unternehmer Karl Kübel (1909-2006) zurück. Kübel verkaufte 1972 seine Möbelwerke und brachte den Erlös und den größten Teil seines Privatvermögens in die gleichnamige Stiftung ein, die zurzeit rund 80 Projekte für Kinder und deren Familien im In- und Ausland fördert.

Weitere Preisträger Peter Maffay, Maria Furtwängler, Gerald Asamoah

Bisherige Preisträger waren neben Peter Maffay unter anderem die Schauspielerin Maria Furtwängler und der Fußballer Gerald Asamoah. Sie alle setzten sich nach Einschätzung der Bensheimer Stiftung in vorbildlicher Weise für benachteiligte Kinder ein.

STAND