Gelten als Kampfhunde - ein American-Staffordshire-Mix Hund.  (Foto: dpa Bildfunk, Paul Zinken (Symbolbild))

Kampfhunde greifen Jugendlichen an 15-Jähriger in Leimen schwer verletzt

Ein Jugendlicher ist am Montagabend in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) von zwei Kampfhunden attackiert und schwer im Gesicht und am Körper verletzt worden.

Der 15-Jährige fuhr laut Polizei mit zwei weiteren Jugendlichen auf dem Fahrrad an dem Hundeführer vorbei. Dieser hielt die beiden American-Staffordshire-Mix-Hunde nur am Halsband fest. Nachdem die Jugendlichen schon an den Tieren vorbeigefahren waren, liefen die Hunde hinterher und attackierten den 15-jährigen Radfahrer.

15-Jähriger kam ins Krankenhaus

Der 16-jährige Hundeführer habe die Tiere nur mit Gewalt von dem Jungen trennen können, so die Polizei. Der 15-Jährige erlitt schwere Bisswunden im Gesicht und am Körper und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Laut Polizei waren die Hunde weder angeleint noch mit einem Maulkorb versehen, so Dieter Klumpp vom Polizeipräsidium Mannheim:

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Ermittlungen gegen Hundeführer

Die Polizei ermittelt nun gegen den 16-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung. Dabei kann sie auch auf ein Video zurückgreifen, das einer der beteiligten Jugendlichen während des Angriffs mit dem Handy gefilmt hat. Darauf ist zu sehen, wie die beiden Hunde den Jugendlichen auf seinem Fahrrad verfolgen. Daraufhin stürzt der Junge, und die beiden Tiere fallen über den 15-Jährigen her. Aufgrund der Ermittlungen hat der SWR das Video des Vorfalls aus dem Artikel entfernt. Die Hunde wurden beschlagnahmt. Die Kampfhundeverordnung des Landes Baden-Württemberg stuft unter anderem American-Staffordshire-Terrier grundsätzlich als besonders gefährlich und aggressiv und damit als Kampfhund ein.

Forderung nach Hundeführerschein werden laut

Experten fordern schon länger sogenannte Hundeführerscheine. Die baden-württembergische Tierschutzbeauftragte Julia Stubenbord fordert schon länger einen verpflichtendenden Hundeführerschein. Im Gespräch mit dem SWR wiederholte sie ihre Forderung, dass der Führerschein die umstrittenen Rasselisten gefährlicher Hunde ablösen sollte. Der Hundeführerschein könne nicht nur eine artgerechte Haltung gewährleisten, sondern auch Beißvorfälle vermeiden.

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