Ein Krankenbett wird durch einen Krankenhausflur rennend geschoben. Ärzte eilen herbei. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)

Hohe Verluste Neckar-Odenwald-Kliniken mit Millionen-Defizit

Trotz vieler Patienten und guter Auslastung: Die Neckar-Odenwald-Kliniken haben mit sieben Millionen Euro im vergangenen Jahr einen deutlich höheren Verlust gemacht als ursprünglich geplant.

Die Häuser in Mosbach und Buchen sowie das Kreisaltenheim in Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) verzeichneten demnach ein Defizit von sieben Millionen Euro. Das wirtschaftliche Ziel lag bei viereinhalb Millionen Euro. Am Donnerstagabend hatte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss offiziell festgestellt.

Das Wohn- und Pflegezentrum in Hüffenhardt wurde 2007 generalsaniert (Foto: Kreisverwaltung des Neckar-Odenwald-Kreises)
Auch betroffen: Das Wohn- und Pflegezentrum in Hüffenhardt. Kreisverwaltung des Neckar-Odenwald-Kreises

Zahlen "zum Verrücktwerden"

Zum - so wörtlich - "Verrücktwerden" seien die Zahlen laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Landrat Achim Brötel (CDU). Die Kliniken hätten insgesamt ständig steigende Fallzahlen und beste Auslastung. Die gesundheitspolitischen Vorgaben sorgten dagegen für eine ständige strukturelle Unterfinanzierung, so Brötel. Vor ein paar Tagen hatte erst eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung im Neckar-Odenwald-Kreis heftige Kritik hervorgerufen. Die Autoren der Studie empfehlen, Krankenhäuser zu schließen, die für lebensbedrohliche Notfälle nicht ausgestattet seien.

Keine Kostendeckung in der Notaufnahme

Beispiel Notaufnahme der Neckar-Odenwald-Kliniken: Fast 20.000 Fälle fielen hier 2018 an. Der Bedarf ist also gegeben. Jeder Fall davon verursachte durchschnittlich 126 Euro Kosten. Vergütet werden aber nur 40 Euro pro Fall. Ein Skandal, so Brötel. Einzig positiv: Das Defizit 2018 ist durch den Kreishaushalt abgedeckt.

STAND