Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer bei seiner Verabschiedung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)

Erster Auftritt nach Anschlag Hockenheims OB Gummer in den Ruhestand verabschiedet

Erstmals nach dem Angriff eines Unbekannten auf ihn ist Hockenheims OB Dieter Gummer öffentlich aufgetreten. Anlässlich einer Feier zu seinem Abschied aus dem Amt kritisierte er die Verrohung der Gesellschaft.

"Für mich ist klar, dass unsachlich geführte Debatten, falsche Behauptungen und eine aufwieglerische Sprache zur Verrohung beitragen", sagte der SPD-Politiker im Vorfeld der Veranstaltung. Gummer ist seit 2004 Oberbürgermeister der Stadt im Rhein-Neckar-Kreis und geht Ende August in den Ruhestand. Am Freitagabend wurde er in der Hockenheimer Stadthalle offiziell verabschiedet.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Der 67-Jährige war am 15. Juli im Hof seines Hauses in Böhl-Iggelheim (Rheinland-Pfalz) angegriffen und niedergeschlagen worden. Er erlitt Prellungen, Gehirnblutungen sowie einen Kieferbruch und wurde operiert. Gummer lag tagelang auf der Intensivstation und war vier Wochen in stationärer Behandlung.

Körperlich sei er weitgehend wieder hergestellt. Allerdings fehle ihm die Erinnerung an die zwei Tage nach dem Angriff. Genesungswünsche aus der ganzen Republik hätten ihn und seine Familie sehr gefreut.

Hockenheims OB Gummer verabschiedet Erster Auftritt nach dem Angriff

600 Gäste verfolgten die Verabschiedung in der Hockenheimer Stadthalle (Foto: SWR)
600 Gäste verfolgten die Verabschiedung in der Hockenheimer Stadthalle, darunter der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises Stefan Dallinger (M.), der frühere Finanzminister Gerhard Stratthaus (r.) und Regierungspräsidentin Sylvia Felder (alle CDU) Bild in Detailansicht öffnen
Gummer im Gespräch mit Gästen in der Stadthalle Hockenheim Bild in Detailansicht öffnen
Dieter Gummer bei seiner Dankesrede Bild in Detailansicht öffnen

Gummer war von Anschlag überrascht

Gummer war nach eigenen Worten von dem Angriff sehr überrascht. "Es gab in den letzten zehn Jahren keine mir bekannten Bedrohungen oder dergleichen." Die Kriminalpolizei habe ihn vor zehn Jahren nur einmal über eine Bedrohung informiert. Dies habe dann zu polizeilichen Vorsorgemaßnahmen geführt. "Oberbürgermeister sind Personen des öffentlichen Lebens. Daher sind Angriffe auf sie grundsätzlich möglich." Er würde gerne die Hintergründe der Tat erfahren. "Dann wäre es mir sicherlich leichter, das Geschehene noch besser als bisher verarbeiten zu können." Motive im privaten Umfeld schloss er aus.

Die offizielle Feier war seit Monaten geplant. Zahlreiche Weggefährten blickten auf die Arbeit mit dem OB und die jüngste Stadtgeschichte zurück.

STAND