Hitzewelle in der Region Warum Mannheim oft Rekord-Temperaturen meldet

Auf die Region kommt eine neue Hitzewelle zu: Meteorologen halten Temperaturen von bis zu 40 Grad für möglich. Eine bestimmte Messstation in Mannheim wird vermutlich erneut Rekordwerte liefern.

Kies und Schotter strahlen Hitze ab (Foto: SWR)
Kies und Schotter strahlen Hitze ab

Das vergangene Jahr war extrem heiß - und die Messstation am Mannheimer Flugplatz gehörte wieder mal zu denen mit den höchsten gemessenen Werten in ganz Deutschland. Im Jahr 2015 wurde dort die höchste Mannheim-Temperatur aller Zeiten registriert: Damals zeigte das Thermometer am Flugplatz 39,8 Grad. Ein halbes Grad mehr, und Mannheim wäre der Ort mit der höchsten jemals gemessenen Temperatur in Deutschland gewesen. Der Rekord ging damals mit 40,3 Grad ins bayerische Kitzingen.

In der prallen Sonne

Unter Experten – sagt SWR-Wetterreporter Thomas Miltner – ist die Mannheimer Messstation nicht unumstritten. Sie sei so platziert, dass extrem hohe Werte wahrscheinlich sind. Die Anlage steht inmitten eines riesigen Parkplatzes, umgeben von viel Asphalt und Schotterwegen. Pflanzen wachsen dort nur sehr spärlich – es gibt weit und breit keinen Schatten.

Dauer

Die Lage der Wetter-Station, erklärt Thomas Miltner, entspricht gerade noch den offiziellen Vorgaben der Weltgesellschaft für Meteorologie. Kritiker bezeichnen die Mess-Situation als unrealistisch. Manche Kritiker behaupten, dass die Station bewusst so platziert wurde, um immer wieder Rekordwerte vermelden zu können.

Umstrittene Messstation

"Seit Jahrzehnten", sagt Wetter-Reporter Thomas Miltner, "ist die für Mannheim relevante Station die des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Stadtteil Vogelstang." Dort sei der bisherige Rekordwert am 9. August 2003 mit 39,0 Grad registriert worden. Er lag somit um 0,8 Grad niedriger als der am Mannheimer Flugplatz gemessene Wert. Noch auffälliger sei jedoch, dass die Marke von 38 Grad in den letzten Jahren im Gegensatz zur Station Vogelstang am Flugplatz gleich mehrfach überschritten wurde.

Thomas Miltner (Foto: SWR)
SWR Wetter-Reporter Thomas Miltner

Klassische Wetterhäuschen werden ersetzt

Meteorologen messen die Luft-Temperatur grundsätzlich in zwei Metern Höhe. Früher geschah das mit den klassischen, weißen Wetterhäuschen, die Geräte vor direkter Sonneneinstrahlung schützten und für eine natürliche Belüftung sorgten. Inzwischen werden sie immer häufiger durch digitale Messgeräte ersetzt, deren Daten fernabgefragt werden. 

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