Verwaltungsgericht muss über einstweilige Verfügung entscheiden Gynäkologie-Chef geht gegen Bericht im Heidelberger Bluttest-Skandal vor

Der Streit im Skandal am Uniklinikum Heidelberg um den Bluttest gegen Brustkrebs spitzt sich vor der geplanten Veröffentlichung des Abschlussberichts am Dienstag zu. Der Chef der Gynäkologie, Christof Sohn, will Äußerungen der Untersuchungskommission verbieten lassen.

Eigentlich will die Untersuchungskommission heute um 11:30 Uhr ihren Abschlussbericht vorlegen. Der Mediziner hat aber einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht Karlsruhe gestellt. Eine Gerichtssprecherin hat das dem SWR bestätigt. Ob der Abschlussbericht folglich vorgestellt wird, ist unklar.

Gynäkologe gilt als Hauptverantwortlicher des Skandals

Christof Sohn ist bereits im Zwischenbericht der Untersuchungskommission als der Hauptverursacher des Skandals benannt worden. Er hatte im Frühjahr einen Bluttest der Öffentlichkeit vorgestellt, der angeblich Brustkrebs zuverlässig erkennt. Das stellte sich wenig später als falsch heraus. Im Zuge des Skandals war der Klinikvorstand zurückgetreten.

Christof Sohn, Chef der Frauenklinik in Mannheim (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Christof Sohn Picture Alliance

Laufendes Disziplinarverfahren

Gegen Christof Sohn läuft bis Ende des Monates ein Forschungsverbot. Zudem ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Sohn will verhindern, dass vor Abschluss des Disziplinarverfahrens Äußerungen gegen ihn in der Öffentlichkeit gemacht werden. Die unabhängige Kommission hat die Ereignisse am Uniklinikum in den vergangenen Monaten aufgearbeitet. Dem Vorstand des Klinikums hatte die Kommission schwere Versäumnisse attestiert. Sohn aber war als Verursacher des Skandals identifiziert worden. Er hatte den noch unfertigen Test zusammen mit externen, fachfremden Geldgebern mit Macht auf den Markt drücken wollen.

Die externe Untersuchungskommission der Uniklinik will heute ihren Abschlussbericht vorlegen.

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