Klage gegen Freistellung nach Bluttest-Skandal Justiziar der Heidelberger Uniklinik scheitert vor Arbeitsgericht

Markus Jones, der Justiziar der Heidelberger Uniklinik, hat vor dem Arbeitsgericht eine Niederlage erlitten. Er hatte sich nach dem Bluttest-Skandal gegen seine Freistellung und ein Hausverbot gewehrt.

Der Richter begründete das Urteil mit dem fehlenden Vertrauen von Klinikums-Vorstand und Aufsichtsrat in Jones. Zuvor hatte Jones‘ Anwalt einen Vergleich in der Sache abgelehnt. Markus Jones spielte eine Schlüsselrolle im Heidelberger Bluttest-Skandal. Als Justiziar und stellvertretender Kaufmännischer Direktor sowie Geschäftsführer der klinikeigenen Ausgründungsfirma Technology Transfer Heidelberg GmbH (TTH) war er an vielen Entscheidungsprozessen rund um die missglückte Vermarktung des Bluttests zur angeblichen Früherkennung von Brustkrebs beteiligt.

Dauer

Jones darf Kinder begleiten

Im Fall des Hausverbotes stellte das Gericht klar, dass Jones seine beiden Kinder, die im Uniklinikum in Behandlung sind, künftig begleiten darf. Der Anwalt des Uniklinikums sagte, es werde in Kürze eine offizielle Kündigung für Jones geben.

Das Verfahren stieß auf großes Interesse. Der kleine Saal im Arbeitsgericht in Heidelberg war überfüllt. Beide Seiten prallten unversöhnlich aufeinander. Der Anwalt von Markus Jones lehnte einen Vergleich ab. Er sagte, er wolle die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann mit seinem Mandaten über weitere rechtliche Schritte beraten.

Als Meilenstein vermarktet

Der Bluttest zur Brustkrebsfrüherkennung war im Februar als "medizinischer Meilenstein" und "marktreif" präsentiert worden. Jones wird vom Klinikum als Geschäftsführer der Tochterfirma TTH eine Mitschuld am Skandal gegeben. Die Firma ist zuständig für die Vermarktung von Forschungsergebnissen. Der Vorstand des Klinikums ist bereits durch Rücktritte wegen des Bluttest-Skandals ausgedünnt.

STAND