Ein Stern einer Synagoge (Foto: picture-alliance / dpa)

Erinnerung an Reichspogromnacht Glocken im Rhein-Neckar-Raum läuten im Gedenken

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 läuten am Freitag im Rhein-Neckar-Raum viele Glocken in katholischen und evangelischen Kirchen. Auch gibt es zahlreiche Gedenkveranstaltungen.

Zum 80. Mal jährt sich die Terrornacht, in der mehr als 1.500 Synagogen niederbrannten und jüdische Geschäfte zerstört wurden. In der Nacht auf den 10. November 1938 folgten Morde, Plünderungen und Raub. Deshalb sei Erinnern ganz wichtig, sagt die stellvertretende Dekanin der evangelischen Kirche in Mannheim, Anne Ressel.

Zerstörte Geschäfte nach der Reichspogromnacht 1938 (Foto: picture-alliance / dpa)
Jüdische Geschäfte nach der Zerstörung durch Nazis

"Die Intention ist, daran zu erinnern, dass sich Christen der evangelischen und katholischen Kirchen nicht schützend vor die jüdischen Glaubensgeschwister gestellt haben."

Anne Ressel, Dekanstellvertreterin der ev. Kirche Mannheim

Andachten in Kirchen

Ein Großteil der Bevölkerung schwieg damals zu der Verfolgung unschuldiger Menschen. Das Gedenk-Läuten soll dazu aufrufen, an die damalige brutale Ermordung jüdischer Nachbarn zu erinnern. In vielen Kirchen gibt es am Freitagabend ökumenische Andachten, wie zum Beispiel in der evangelischen Kirche in Brühl oder den evangelischen Stadtkirchen in Schriesheim und Ladenburg.

Brennende Synagoge am 10. November 1938 in Worms  (Foto: Stadtarchiv Worms)
Brennende Synagoge am 10. November 1938 in Worms Stadtarchiv Worms

Gedenkveranstaltungen in der Pfalz

Mehrere Initiativen laden zu Veranstaltungen in der Vorderpfalz ein. Um 11 Uhr am Freitagvormittag veranstaltet der Neustadter Förderverein "Gedenkstätte für NS-Opfer" einen Schweigemarsch durch die Innenstadt. Die Teilnehmer werden vom Saalbau zum Rathaus in Neustadt gehen. Dort veranstalten Schüler verschiedener Schulen ein Bühnenprogramm, bei dem der Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz das traditionelle jüdische Totengebet (Kaddisch) spricht. An der Fassade des Rathauses wird ein Banner angebracht, das die 1867 erbaute und vor 80 Jahren zerstörte Neustadter Synagoge zeigt.

Lichterzug in Haßloch

Im Zentrum von Haßloch treffen sich um 19 Uhr Mitglieder des neu gegründeten Bündnisses für Vielfalt und Toleranz zu einem Lichterzug zur ehemaligen Synagoge in der Haßlocher Gillergasse. Der Verein "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" hat zu einem Gedenkgottesdienst um 18 Uhr in der Melanchtonkirche in der Innenstadt eingeladen. Danach legen die Vereinsmitglieder einen Kranz an der zerstörten Synagoge in der Kaiser-Wilhelm-Straße nieder.

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