Forscherteam des Universitätsklinikums Bluttest aus Heidelberg kann Brustkrebs erkennen

Einem Forscherteam der Uniklinik Heidelberg ist es gelungen, einen Bluttest zur Früherkennung von Brustkrebs zu entwickeln. Der Test wird wohl schon bald auf den Markt kommen.

Der in Heidelberg entwickelte Bluttest ist am Donnerstag auf einem Gynäkologen-Kongress in Düsseldorf vorgestellt worden.

Dauer

Mit dem neuen Bluttest sei es erstmals möglich, aktives Tumorgewebe im Körper festzustellen, sagte der Chefarzt der Frauenklinik des Uniklinikums Heidelberg Professor Christof Sohn dem SWR. Dabei werden mit sogenannten Biomarkern die "Spuren" des Krebses im Blut gemessen.

Übernehmen die Kassen die Kosten für den Bluttest?

Ob die Krankenkassen die Kosten für den Bluttest übernehmen werden, ist noch unklar. Wie teuer der Test sein wird, steht ebenfalls noch nicht fest.

Labor im Uniklinikum Heidelberg (Foto: Universitätsklinikum Heidelberg)
Laborerfolg am Universitätsklinikum Heidelberg Universitätsklinikum Heidelberg

Bislang gilt die Mammografie als "Goldstandard" in der Brustkrebs-Früherkennung. Der neue Bluttest mache sie aber keinesfalls überflüssig, sagen die Heidelberger Forscher, sondern biete eine Ergänzung - vor allem für jüngere Frauen, die nicht automatisch zur Mammografie gehen.

Brust einer Frau auf einer Röntgenaufnahme, Thema Brustkrebs (Foto: dpa Bildfunk, Klaus-Dietmar Gabbert)
Auf einer Röntgenaufnahme ist die gesunde Brust einer Frau zu sehen. (Archivbild) Klaus-Dietmar Gabbert

Bluttest soll im Herbst auf dem Markt kommen

Professor Christof Sohn und sein Forscherteam an der Frauenklinik des Universitätsklinikums in Heidelberg haben bereits 2016 das Patent für den Bluttest zur Brustkrebsfrüherkennung angemeldet. Jetzt wurde bekannt, dass er im kommenden Herbst auf den Markt kommen soll.

Früherkennung erhöht Überlebenschance

Brustkrebs ist Medizinern zufolge die häufigste Krebsart bei Frauen, die Heilungschancen sind mittlerweile gut. Trotzdem gilt: Je früher die Ärzte den Tumor entdecken, desto besser. 95 Prozent der Patientinnen überleben, wenn die Krankheit früh genug erkannt wird.

Neuer Test "genauer und schneller"

Der neue Test bringt den Forschern zufolge eine höhere Genauigkeit, ein schnelleres Ergebnis, und er ist unabhängig von Größe und Art des Tumors, sowie dem Alter der Patientin. Außerdem könne die Krankheit in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden. Der Bluttest sei das Ergebnis jahrelanger fächerübergreifender Forschung am Uniklinikum in Heidelberg, hieß es.

Reaktionen zum Bluttest auf Gynäkologen-Kongress

Die Ergebnisse der Brustkrebsfrüherkennung per Bluttest sind schwer einzuschätzen. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ist bislang keine begutachtete Studie in einem Fachmagazin erschienen. Der DKFZ-Fachmann zu diesem Thema wollte sich nicht zu dem neuen Test äußern, da er nur spekulieren könne.

Die Direktorin der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf, Tanja Fehm, spricht von spannenden wissenschaftlichen Daten. Allerdings sei es noch viel zu früh, um den Test als Routineuntersuchung zu etablieren. Zunächst seien Tests an viel mehr Frauen nötig. Viele Fragen seien noch ungeklärt.

Bluttest bald auch für andere Krebsarten anwendbar?

Die Heidelberger Forscher hoffen jetzt, mit dem Bluttest langfristig auch anderen Krebsarten auf die Spur zu kommen. Der neue Bluttest könnte also nur der Anfang sein für weitere Früherkennungs-Möglichkeiten.

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