Erfolgreiches Vermittlungsverfahren Neue RNV-Straßenbahnen werden behindertengerechter

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) investiert 250 Millionen Euro in 80 neue Straßenbahnen. Nach Beschwerden von Behindertenverbänden wurde die Konstruktion der Wagen deutlich verändert.

So sollen die neuen Bahnen der RNV aussehen (Foto: Rhein-Neckar-Verkehr GmbH)
So sollen die neuen Bahnen der RNV aussehen Rhein-Neckar-Verkehr GmbH

Im vergangenen Jahr hatte die RNV das Modell der neuen Straßenbahn öffentlich vorgestellt. Nicht alle waren von den neuen Fahrzeugen überzeugt - vor allem von Senioren und Menschen mit Behinderung hagelte es Kritik.

Hersteller setzt Vorschläge um

Im Dezember hatte sich ein Zusammenschluss von zwölf Behindertengruppen an die Öffentlichkeit gewandt und die Züge als ungeeignet für körperbehinderte Menschen kritisiert. Im Zuge eines so genannten Dialogverfahrens wurden Verbesserungsvorschläge erarbeitet und mit dem Straßenbahnhersteller Skoda besprochen. Am Dienstagabend wurden sie der Öffentlichkeit präsentiert.

Die neuen Bahnen sollen weitgehend barrierefrei sein (Foto: Rhein-Neckar-Verkehr GmbH)
Die 80 Niederflur-Bahnen werden laut RNV weitgehend barrierefrei sein Rhein-Neckar-Verkehr GmbH

Das Vermittlungsverfahren hat sich offenbar ausgezahlt: So wurde einer der Hauptkritikpunkte beseitigt: Die ursprünglich im Mittelteil der Bahnen vorgesehenen Stufen fallen nun weg. Laut RNV war der erhöhte Boden notwendig, um Platz für die Bremsscheiben zu schaffen. Jetzt hat sie der Hersteller an den Rand des Fahrzeugs verlagert. Dadurch könne man auf Stufen verzichten und stattdessen auf Rampen mit leichter Steigung ausweichen.

Mehr Platz für Rollstuhlfahrer

Mit dem Straßenbahn-Hersteller Skoda vereinbarte die RNV zudem noch andere Veränderungen, sagt Martin in der Beek. "Insgesamt wurden 75 Prozent der Wünsche umgesetzt. So wurde beispielsweise die Anordnung der Türen verändert, um Rollstuhlfahren das Rangieren zu erleichtern." In den neuen Bahnen sind zwei Rollstuhlplätze vorgesehen und entsprechend am Boden mit einem Symbol markiert. Einer davon ist auch für Nutzer von E-Scootern eingerichtet. Mit den Veränderungen nun kann Hersteller Skoda mit dem Bau beginnen.

"Aufwand hat sich gelohnt"

Die Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen der Stadt Mannheim, Ursula Frenz, sagte dem SWR, sie sei froh dass das neue Design-Konzept weitestgehend ohne Stufen auskommt. Dafür habe sich der Aufwand des Dialogverfahrens gelohnt.

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