Pforte des Betriebshofs in Heidelberg (Foto: rnv)

Bürgerentscheid "Großer Ochsenkopf" Heidelberger stimmen über neuen RNV-Betriebshof ab

Die Ungewissheit hat eine Ende: Diesen Sonntag entscheiden die Heidelberger in einem Bürgerentscheid, ob der Betriebshof der Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe (RNV) verlegt wird oder nicht. Die Lager sind gespalten.

Info-Termine, Podiumsdiskussionen, Öffentlichkeitsarbeit: Um das Thema "Großer Ochsenkopf" - also den Bereich in Heidelberg, in dem nach Vorstellung der Stadt der neue Betriebshof der Rhein-Neckar-Verkehrsbetriebe (RNV) entstehen soll, kam in den vergangen Wochen keiner herum.

Großes Interesse: Hunderte Heidelberger kamen zum Info-Abend (Foto: SWR, Dagmar Kwiatkowski)
Großes Interesse: Hunderte Heidelberger kamen zum Info-Abend Dagmar Kwiatkowski

Bezahlbare Wohnungen und Innenstadtpark

Viel wurde diskutiert. Die Stadt Heidelberg will den zu klein gewordenen Betriebshof im Stadtteil Bergheim auf den sogenannten "Großen Ochsenkopf" am Stadteingang verlegen und am jetzigen Standort bezahlbare Wohnungen und einen Innenstadtpark errichten. Diesem 87 Millionen Euro Plan hatte der Gemeinderat im Dezember auch zugestimmt.

Grünfläche erhalten

Doch dann hatte eine Bürgerinitiative Unterschriften gegen den Beschluss der Stadt gesammelt und den Bürgerentscheid erzwungen. Seitdem gibt es ein Argumente-Tauziehen in Heidelberg. Die einen - die "Ochsenkopf-Gegner" - wollen vermeiden, das eine Heidelberger Grünfläche bebaut wird. Flora und Fauna des "Großen Ochsenkopfes" sollen erhalten bleiben. Es gibt Sorgen darüber, dass beispielsweise die Frischluftzufuhr in die Stadt Heidelberg abgeschnitten werden könnte.

Dauer

Chance für neuen Betriebshof nutzen

Vertreter der RNV und der Stadt Heidelberg werben dagegen seit Wochen - eigentlich seit Jahren - für einen neuen Standort. Denn der alte Betriebshof, rund 100 Jahre alt, sei in die Jahre gekommen. Bahnen stehen bei offenen Hallentüren im Depot. Der Brandschutz sei verbesserungswürdig, sagt Gunnar Straßburger von der RNV.
Die Stadt betonte zudem immer wieder, dass eine Verlagerung an den "Großen Ochsenkopf" auch deshalb Sinn ergebe, weil dort die Infrastruktur gegeben sei. Man nur wenige Schienen neu verlegen müsste. Ganz im Gegensatz zu bislang verworfenen Alternativen vor den Toren der Stadt.

Neuer Betriebshof soll modern und offen werden

Die Konzepte liegen jedenfalls auf dem Tisch - jetzt liegt es an den Heidelbeger Bürgerinnen und Bürgern, sich zu entscheiden. Welche Seite hat die besseren Argumente? Sollen Glatthaferwiesen und Nisthecken für Vögel auf der Ochsenkopf-Fläche erhalten bleiben? Oder will eine Mehrheit ein neues, großes Depot, dass mit einem 15.000 Qudratmeter großen Dach mit Bäumen und Sträuchern gebaut werden soll. Begehbar für alle Heidelberger - als Parkersatz?

Mögliches Dach des neuen RNV-Betriebshofs (Foto: Stadt Heidelberg)
Mögliches Dach des neuen RNV-Betriebshofs Stadt Heidelberg

Umstrittene Fragestellung

"Sind Sie dafür, dass auf den gegenwärtig als Grünflächen genutzten Bereichen des Großen Ochsenkopfes kein RNV-Betriebshof gebaut wird?"

Fragstellung Bürgerentscheid

Diskutiert wurde auch die Fragestellung des Bürgerentscheides. Ein "Nein" bedeutet, dass man für den neuen RNV-Betriebshof stimmt. Ein "Ja" bedeutet, dass man gegen eine Bebauung des "Großen Ochsenkopfes" ist. Die Frage ist so gestellt, da sie mit einem einfachen "Ja" oder "Nein" zu beantworten sein muss.
Am Sonntag haben es mehr als 110.000 Heidelberger selbst in der Hand. Beobachter rechnen mit einem engen Ergebnis. Erste Ergebnisse soll es ab 18 Uhr geben.

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