Beratung an Schulen zur HPV-Impfung Mannheim startet Modellprojekt

Mädchen sollen sich gegen HP-Viren impfen lassen, die Gebährmutterhalskrebs verursachen können. In Mannheim sollen jetzt auch Jungs geimpft werden. Das Virus löst bestimmte Krebsarten bei Männern aus.

Die Stadt Mannheim hat sich entschlossen, ein Modellprojekt zur Steigerung der Impfrate zum Schutz vor Humanen Papillomviren (HPV) zu starten. Insgesamt werden im Jahr 8.000 Krebstumoren bei Männern und Frauen festgestellt, die von HP-Viren verursacht werden. Jährlich sterben etwa 3.500 Menschen an diesen Tumoren. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung deshalb seit dem Jahr 2007 für Mädchen und seit Ende Juni 2018 auch für Jungen zwischen neun und 14 Jahren. Trotz überzeugender Studienlage sind die Impfraten nach wie vor sehr niedrig.

"Wir werden ab Herbst 2019 ein Schulprojekt mit Beratung und Impfangebot für die HPV-Impfung planen und durchführen."

Ulrike Freundlieb, Bürgermeisterin der Stadt Mannheim

Elternabende und freiwillige Impfangebote

Teile des Projekts sind Beratung und Aufklärung bei Elternabenden in Grundschulen sowie ein Angebot der freiwilligen HPV-Impfung an Impftagen in der Schule oder beim niedergelassenen Arzt. Für den Bereich der Sekundarstufe II soll ein gesundheitsförderndes Angebot mit getrenntgeschlechtlicher Beratung für Schülerinnen und Schüler eingerichtet werden. Die konkrete Umsetzung beginnt nach den Sommerferien.

HPV-Impfung (Foto: SWR)
HPV-Impfung

Nach Angaben von Ulrike Freundlieb wird mit Mannheim erstmals eine Großstadt ein solches Projekt auf den Weg bringen. Man sei damit in Baden-Württemberg die erste Stadt und nehme im Land eine Vorreiterstellung ein.

"Mit der HPV-Impfung können Krebserkrankungen vorgebeugt und viele Menschenleben gerettet werden."

Hartwig Weik, Leitender Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamtes Mannheim.

Voraussetzung sei allerdings, dass sich möglichst Viele in jungen Jahren impfen lassen. Das Staatliche Schulamt Mannheim unterstütze daher das gemeinsame Präventionsprojekt der freiwilligen HPV-Schulimpfung, sagte Weik.

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