Wohnzimmer in Projekt Insel in Heidelberg (Foto: Bürgerstiftung Heidelberg)

Begegnungsort für Eltern und Kinder in Trennungssituationen Zuhause auf Zeit für getrennt lebende Familien in Heidelberg

Ein neutraler Begegnungsort, an dem sich getrennt lebende Eltern mit ihren Kindern auf Zeit einquartieren können. Dafür hat die Bürgerstiftung Heidelberg in der Stadt eine familiengerechte Zwei-Zimmer-Wohnung gefunden. Es gibt bereits erste positive Reaktionen.

Die Wohnung wird bereits seit einigen Wochen genutzt. Betroffene Familien können für eine bestimmte Zeit kostenlos darin wohnen, so die Bürgerstiftung Heidelberg, die das Projekt namens "Insel" ins Leben gerufen hat.

Bürgerstiftung Heidelberg

Spielzeug (Foto: Bürgerstiftung Heidelberg)
Spielzeug gibts auch in der "Insel"-Wohnung: Zum Beispiel eine Holzeisenbahn Bürgerstiftung Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen
In Heidelberg wachsen laut Bürgerstiftung etwa 30 Prozent der Kinder bei nur einem Elternteil auf Bürgerstiftung Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen
Wohnlich, gemütlich, Platz für Kinder: Blick in die Zwei-Zimmer-Wohnung des "Insel"-Projekts Bürgerstiftung Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen
Voll eingerichtete Küche für Vater, Mutter und Kinder in einer Trennungssituation Bürgerstiftung Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen
Wohnlich und funktional: Der Wohnungsflur mit Kommode und Blümchen Bürgerstiftung Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen

Die Wohnung ist komplett ausgestattet mit Kuscheltieren im Kinderzimmer, Sofalandschaft im Wohnbereich, Einbauküche, Balkon mit Blick auf einen grünen Innenhof samt Spielplatz. In der Wohnung ist Platz für maximal drei Kinder. Einquartieren können sich die Familien hier für ein paar Stunden oder auch für längere Zeit. Um mit ihren Kindern zu basteln, zu spielen, gemeinsam zu frühstücken oder Hausaufgaben zu machen.

"Einmaliges Pojekt für getrennt lebende Familien"

Die Bürgerstiftung ermöglicht damit Familien, gemeinsame Zeit in einem für den Familienalltag geeigneten Umfeld zu verbringen. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Insel einen Ort geschaffen haben, an dem sich Kinder mit dem von ihnen getrennt lebenden Elternteil treffen können", so Hans Joachim Bremme, der das Projekt für die Bürgerstiftung initiiert hat. Gerhard Kammerer ermöglichte die Realisierung durch eine Spende von einer halben Million Euro. "Die Insel ist, soweit wir wissen, ein einmaliges Projekt, wir kennen kein weiteres vergleichbares Angebot, das getrennten Familien in dieser Form ermöglicht, gemeinsam Alltag leben können", so Bremme.

Viele Fachleute in Projekt miteinbezogen

Das Luise-Scheppler-Heim (Jugendhilfeeinrichtung in Heidelberg) betreut das Projekt. Auch das Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Heidelberg, Familienanwälte und freie Träger waren in die Fortentwicklung einbezogen. "Uns war es wichtig, möglichst viele Fachleute am Projekt zu beteiligen, um ein Angebot zu schaffen, das die Bedürfnisse der Kinder und Familien befriedigt", so Switgard Feuerstein, Vorsitzende der Bürgerstiftung Heidelberg.

Positive Reaktionen

Im Dezember wurden alle Organisationen, die Familien in diesen Situationen betreuen und beraten, angeschrieben, mit Infoflyern versorgt und auf die Möglichkeit der Nutzung aufmerksam gemacht. "Wir haben durchweg positive Reaktionen erhalten", so Ulrich Böhringer-Schmidtke, Einrichtungsleiter des Luise Scheppler-Heims und zuständig für die laufende Betreuung. "Gerade die Familiengerichte freuen sich sehr, dass wir eine Möglichkeit geschaffen haben, Trennungssituationen zu verbessern und so Stress aus den Familien zu nehmen."

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