Der scheidende Oberbürgermeister von Hockenheim Dieter Gummer (SPD) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Dieter Gummer von Unbekanntem niedergeschlagen Nach Angriff: Hockenheimer Oberbürgermeister weiterhin in Klinik

Eine Woche nach dem Angriff auf den Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer (SPD) ist laut Polizei noch immer nicht absehbar, wann der Politiker das Krankenhaus verlassen kann.

Die Ermittler suchen weiter nach dem unbekannten Schläger. Aber: "Es fehlt eine heiße Spur", so die Polizei. "Wir haben die Anwohner in Gummers Heimatort Böhl-Iggelheim und in Hockenheim nochmals befragt und Flyer verteilt", sagte eine Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums in Ludwigshafen am Freitag. "Aber es gab nur ganz, ganz wenige Hinweise."

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Der Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer (SPD) liegt nach dem Angriff auf der Intensivstation. Gummer hatte bei der Faust-Attacke durch einen unbekannten Täter und dem anschließenden Sturz am Montagabend an seinem Wohnhaus in der Pfalz mehrere Prellungen, einen Kieferbruch und Gehirnblutungen erlitten. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Täter hat offenbar unvermittelt zugeschlagen

Nach Polizeiangaben soll der Mann an Gummers Wohnhaus im pfälzischen Böhl-Iggelheim geklingelt und darum gebeten haben, Gummer sprechen zu können. Der Oberbürgermeister ging daraufhin in den Hof des Anwesens. Dort soll ihn der Unbekannte unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben. Der 67-Jährige sei zu Boden gestürzt und schwer verletzt worden.

Oberbürgermeister kannte Angreifer nicht

Für Gummer sei der Angriff nach wie vor nicht zu erklären, teilte die Stadtverwaltung Hockenheim mit: "Für ihn ist es ein Rätsel, wer die Person war und was die Hintergründe sein sollen." Die Amtsgeschäfte hat sein Stellvertreter, der Bürgermeister der Stadt Hockenheim, Thomas Jakob-Lichtenberg, übernommen. Die für Sonntag angesetzt Oberbürgermeisterwahl in Hockenheim findet planmäßig statt.

Phantombild für interne Ermittlungen erstellt

Mittlerweile wurde auch ein Phantombild des Täters erstellt. Es diene jedoch lediglich internen Ermittlungen und werde nicht veröffentlicht, so eine Polizeisprecherin. Das Phantombild sei bei einer Befragung von Dieter Gummer im Krankenhaus entstanden.

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Da es dem Oberbürgermeister aber nach wie vor gesundheitlich sehr schlecht ginge, sei es nicht präzise genug, um es zu veröffentlichen und diene somit nur der Kripo als Ermittlungsgrundlage.

Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Der unbekannte etwa 40 Jahre alte Täter war nach der Tat zu Fuß entkommen. Der Mann soll nach Polizeiangaben 1,65 Meter groß sein, dunkelhäutig und schlank. Er spreche mit Akzent und sei mit schwarzer Hose und roter Jacke bekleidet gewesen. Die Polizei hat einen Fahndungsaufruf auf Twitter veröffentlicht:

#Zeugengesucht Nachdem ein 67-Jähriger in #BöhlIggelheim niedergeschlagen wurde, sucht die Polizei einen etwa 40 Jahre alten dunkelhäutigen Mann. Bekleidet war er mit einer schwarzen Hose und einer roten Jacke. Wer kann Hinweise geben? Alle Infos https://t.co/vh8nRoKEos https://t.co/UL8VWpL2sn

Stadtverwaltung reagiert entsetzt

Gummer ist seit 15 Jahren Oberbürgermeister in Hockenheim. Am kommenden Sonntag wird sein Nachfolger gewählt. Der Bürgermeister von Hockenheim, Thomas Jakob-Lichtenberg, reagierte in einer ersten Stellungnahme für die Große Kreisstadt Hockenheim:

"Mit Schock und Entsetzen haben wir vom Angriff auf Oberbürgermeister Dieter Gummer erfahren. Wir wünschen ihm für die Genesung alles Gute und hoffen, dass es ihm gesundheitlich bald besser geht. In dieser schwierigen Zeit sind unsere Gedanken auch bei seiner Familie."

Stadt Hockenheim

Man habe vollstes Vertrauen in die Ermittlungsarbeit der Polizei, heißt es von Seiten der Stadt. Den feigen Angriff auf Dieter Gummer verurteile man auf das Schärfste.

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Angriffe auf Kommunalpolitiker in der Debatte

Die Debatte um die Sicherheit von Kommunalpolitikern war durch den gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) neu angestoßen worden, der am 2. Juni vor seinem Haus erschossen worden war. Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), der Bürgermeister des sauerländischen Altena und weitere deutsche Politiker haben bereits Morddrohungen erhalten.

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