Analyse brachte kein Ergebnis Blaues Trinkwasser in Heidelberg bleibt rätselhaft

Warum war das Leitungswasser in Heidelberg und Dossenheim vergangene Woche bläulich verfärbt? Darauf haben Experten noch immer keine befriedigende Antwort.

Die gute Nachricht: Bei der Analyse des Leitungswassers aus dem betroffenen Wasserwerk Entensee in Heidelberg fanden die Experten nichts, was die Gesundheit gefährden könnte. Sämtliche Proben seien "unauffällig", heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsamtes in Heidelberg.

Dauer

Zahlreiche Experten zu Rate gezogen

Das Wasser wurde nach Maßgabe der Trinkwasserverordnung auf etwa 150 Parameter untersucht, darunter eine mögliche Keimbelastung, den pH-Wert oder auch Schwermetalle wie Blei und Kupfer. Alle Werte seien unbedenklich und unauffällig. Warum das Wasser bläulich gefärbt war, stellt die Experten aber immer noch vor ein Rätsel. Auch die Fachleute vom Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe und dem Hygieneinstitut der Universität Heidelberg konnten hier nicht weiterhelfen. Ein konkreter Stoff, der dafür verantwortlich sein könnte, wie etwa Kupferverbindungen, sei nicht gefunden worden.

Tracer-Versuche kommen nicht als Ursache in Frage

Auch die sogenannten Tracer-Versuche scheiden als Ursache aus. Dabei werden hin und wieder Nachweisstoffe ins Wasser eingebracht, um unterirdische Wasserbewegungen nachzuweisen. Beim letzten Versuch dieser Art in Dossenheim habe man aber nicht mit Farbstoffen gearbeitet, sondern mit einer Salzlösung.

Blaues Wasser in einer Badewanne in Heidelberg (Foto: SWR)
Bläulich gefärbtes Wasser in Heidelberg

Chemieunfall in Heidelberg-Wieblingen scheidet ebenfalls aus

Und auch der Chemieunfall im Heidelberger Stadtteil Wieblingen wenige Tage zuvor konnte als Ursache ausgeschlossen werden. Dabei war Toluol entwichen, aber nicht in den Boden gelangt.

Plötzliche Veränderungen der Wasserfärbung aufgrund geologischer Einflüsse seien ebenfalls unwahrscheinlich, erklärten die Experten. Auch konnten keine Stoffe nachgewiesen werden, die das Wasser aufgrund ihrer Lichtwellen bläulich erscheinen ließen.

Weitere Untersuchungen des Wassers sollen folgen

Um die Ursache der Blaufärbung doch noch zu finden, seien weitere Untersuchungen geplant. Dazu wird das betroffene Wasserwerk wieder in Betrieb genommen, aber nicht an die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung angeschlossen.

Trinkwasserwarnung war nicht zu vermeiden

Laut Gesundheitsamt gab es zu der vorsorglichen Trinkwasserwarnung vom Donnerstag keine Alternative. Es sei der Behörde durchaus bewusst, dass sie für Unruhe gesorgt habe.

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