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Vor 20 Jahren wurde das Lebenspartnerschaftsgesetz beschlossen: Endlich konnten gleichgeschlechtliche Paare eine Fast-Ehe miteinander eingehen. Für ein Mannheimer Paar ein erster Schritt.

Einer Beziehung einen rechtlichen Rahmen geben - das wünschen sich viele Paare. Für heterosexuelle Paare ist das schon immer die Ehe. Doch heiraten, das war lange Zeit eben nur Partnerschaften eingeräumt, die aus Mann und Frau bestanden.

Vor 20 Jahren: Widerstände gegen Lebenspartnerschaft

Die rot-grüne Bundesregierung verabschiedete am 16. Februar 2001 das Lebenspartnerschaftsgesetz. Ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung. Doch die sogenannte Homo-Ehe sorgte für Streit: Gerade die Unionsparteien stellten sich gegen die eingetragene Partnerschaft. Teile des Gesetzes blockierten sie damals im Bundesrat, die damals unionsgeführten Länder Bayern, Thüringen und Sachsen klagten sogar gegen das Gesetz. Das Bundesverfassungsgericht ließ das Gesetz aber zu. In seiner Entscheidung von 2002 heißt es:

Ziel des Gesetzes ist es, die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare abzubauen und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, ihrer Partnerschaft einen rechtlichen Rahmen zu geben.

Ein Fortschritt - ein Zwischenschritt

Thorsten Riehle, SPD-Stadtrat, und sein Mann Markus Schwarz-Riehle leben in Mannheim, seit über 10 Jahren sind sie ein Paar, seit vier Jahren sind sie verheiratet. Für sie war es wichtig, ihre Beziehung eintragen zu lassen.

Es war kein rechtlicher Grund oder so, das ist einfach ein bestimmtes Gefühl, dass damit ausgedrückt wird. Und auch ein Zueinanderstehen und natürlich auch eine Dokumentation nach außen.

Erst 2017 kam die Ehe für alle

Erst 2017 wurde es Schwulen und Lesben erlaubt, zu heiraten: Aus der Homo-Ehe wurde die Ehe für alle. Damit ist die homosexuelle Ehe der Hetero-Ehe gleichgestellt, aber der Kampf ist noch nicht ausgefochten, erklären Thorsten Riehle und Markus Schwarz-Riehle. Denn Gleichstellung ist noch nicht Akzeptanz.

Schwule Sau ist auf dem Schulhof nach wie vor ein Schimpfwort. Nach wie vor ist es so, dass sich viele immer noch verstecken, weil sie Angst haben, sich zu outen. Und das ist etwas, was noch viele Jahre oder Jahrzehnte brauchen wird, bis das überall so ist, dass man sagt: das ist gar nicht der Rede wert. Und dahin müsste man eigentlich kommen.

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