Demo von Mahle-Beschäftigten (Foto: SWR)

Zukunft des Automobilzulieferers

Fast 1.300 Mahle-Beschäftigte protestieren in Stuttgart

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AUTOR/IN
Lutz Heyser

Vor mehreren Standorten des Autozulieferers Mahle in Stuttgart haben am Dienstagmittag nahezu 1.300 Beschäftigte gegen Stellenabbau und Werksschließungen protestiert.

Die IG Metall hatte zu den Protesten aufgerufen, sie fürchtet weiteren Stellenabbau und Werksschließungen. Mahle-Beschäftigte aus Vaihingen/Enz und Mühlacker kamen mit Bussen nach Stuttgart. In den dortigen Werken standen die Maschinen still. Der Protest fand unter dem Motto "Ohne Zukunft sehen wir schwarz" statt. Denn den Mitarbeitenden fehle eine Perspektive, klagen sie. Daher waren die allermeisten komplett in Schwarz gekleidet. Auch vor der Mahle-Unternehmenszentrale in Stuttgart-Bad Cannstatt gab es eine Protestaktion.

Mahle-Mitarbeitende wollten ein Zeichen setzen

Der Autozulieferer Mahle befindet sich mitten im Konzernumbau. Die Verhandlungen über einen so genannten Pilot-Zukunfts-Vertrag zwischen dem Betriebsrat der Klimasparte und dem Unternehmen verlaufen nach Angaben der IG Metall schleppend. Weitere Stellenstreichungen drohen, am Ende vielleicht sogar die Werksschließung. Man habe ein starkes Zeichen setzen wollen, wolle den Werken ein Gesicht geben und vom Mahle-Management endlich ernstgenommen werden, sagte die IG Metall-Betriebsratsvorsitzende Nektaria Christidou.

Die Beschäftigten der Klimatechnik-Sparte sorgen sich um die Zukunft ihrer Jobs und fürchten weiteren Stellenabbau und Produktionsverlagerungen in Mahle-Werke nach Osteuropa.

Mahle hält Zeitpunkt der Proteste für "unglücklich gewählt"

Unternehmensvertreter von Management und Personalleitung waren bei dem Protest zwar anwesend, äußerten sich aber öffentlich nicht. Zuvor hatte Mahle schriftlich erklärt, "Zeitpunkt und Umfang" der Proteste halte man für "unglücklich gewählt". Die Gespräche zwischen Unternehmen und Betriebsrat sollen morgen fortgesetzt werden.

Schließungen zum Teil schon umgesetzt

Bei Mahle läuft seit 2020 ein "konzernweites Transformationsprogramm". Ziel sei die nachhaltig strukturelle und strategische Aufstellung des Unternehmens im Hinblick auf die Transformation der Automobilbranche sowie die Prognosen für die Entwicklung der Absatzmärkte für die kommenden Jahre, heißt es bei Mahle.

Das beinhaltet auch Werksschließungen. Das Gaildorfer Werk soll bis Ende 2023 schließen, rund 300 Mitarbeitende sind betroffen. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Mahle sein Filterwerk in Öhringen mit 170 Mitarbeitenden geschlossen.

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Lutz Heyser