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Das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement hat Defizite bei der Luftrettung in Baden-Württemberg ausgemacht. Die will das Innenministerium nun in Angriff nehmen.

Das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) sieht Probleme bei der Luftrettung vor allem im nördlichen Baden-Württemberg und im nördlichen Schwarzwald. "Das ist nur Schulnote drei", sagte Institutschef Stephan Prückner. Grund für die Defizite sind laut der Untersuchung vor allem geschlossene Kliniken auf dem Land. Deshalb müssen mehr Notfallpatienten in entfernte Kliniken und Patienten von kleinen Krankenhäusern in Schwerpunkt-Klinken gebracht werden.

Zwei neue Standorte bei Lahr und Osterburken

Das Münchner Institut hat auf Grundlage einer vom Innenministerium in Auftrag gegebenen Analyse Vorschläge geliefert, damit Notfallpatienten in Baden-Württemberg rasch und gut versorgt werden können. So sollen für den Odenwald, den Kreis Hohenlohe und den Ortenaukreis neue Helikopter-Standorte bei Osterburken (Neckar-Odenwald-Kreis) und bei Lahr (Ortenaukreis) gefunden werden.

 Rheinmünster: Der Intensivhubschrauber Christoph 111 der DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG wird am Abend nach einem Einsatz in den Hangar gebracht. Das baden-württembergische Innenministerium will die Luftrettung aufgrund einer Analyse des Instituts für Notfallmedizin neu ordnen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Der Intensivhubschrauber Christoph 111 wird nach einem Einsatz in den Hangar nach Rheinmünster (Kreis Rastatt) gebracht. Das baden-württembergische Innenministerium will die Luftrettung aufgrund einer Analyse des Instituts für Notfallmedizin neu ordnen picture alliance/Marijan Murat/dpa

Zu Standortverlagerungen wird auf der südlichen Schwäbischen Alb, in den Kreisen Lörrach und Waldshut sowie im nördlichen Schwarzwald und in der nördlichen Bodenseeregion geraten. Auch die nächtliche Versorgung soll optimiert werden: Christoph 51 in Ludwigsburg soll zusätzlich zum Nachthubschrauber in Villingen-Schwenningen rund um die Uhr dienstbereit sein.

Innenministerium geht von zwei bis fünf Jahren aus

Das Ministerium von Thomas Strobl (CDU) will die Empfehlungen umsetzen. Die Krankenkassen, die das Rettungswesen bezahlen müssen, haben bereits ihre Zustimmung signalisiert. "Wir gehen derzeit davon aus, dass abhängig vom jeweiligen Standort die Umsetzung der Empfehlungen einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren in Anspruch nehmen wird", erläuterte ein Sprecher Strobls.

Allein in Baden-Württemberg waren die Luftretter im vergangenen Jahr 9.210 mal im Einsatz; vor fünf Jahren waren sie noch 7.700 mal unterwegs. Im Zuge der Corona-Krise war die Luftrettung erneut sehr gefragt. Deutschlandweit wurden laut DRF Luftrettung im ersten Halbjahr 2020 etwa 300 Patienten mit dem Helikopter transportiert.

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