"Werden das gut hinbekommen"

Gesundheitsminister trotz Ausbreitung der Delta-Variante in Baden-Württemberg optimistisch

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Die Delta-Variante des Coronavirus ist auch in Baden-Württemberg weiter auf dem Vormarsch. Gesundheitsminister Lucha ist dennoch zuversichtlich, "dass wir jede Variante eingegrenzt bekommen".

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Trotz der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Baden-Württemberg ist Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) optimistisch, dass die Lage im Land unter Kontrolle bleibt. "Wir haben die Rückmeldung, dass sich sehr viele Menschen nach wie vor an Hygiene- und Abstandsregeln halten", sagte er im SWR-Magazin "Zur Sache Baden-Württemberg". "Wenn wir uns an die Regeln halten, die Impfquote wie geplant erhöhen und unsere Verordnungen einhalten, dann bin ich der Meinung, dass wir das selbst mit der Delta-Variante gut hinbekommen."

Delta-Variante in Baden-Württemberg auf dem Vormarsch

Die Delta-Variante gilt als besonders ansteckend und könnte vor allem für Ungeimpfte oder nur einmal Geimpfte gefährlich werden. Der Anteil von Delta an den Infektionen in Baden-Württemberg nimmt aktuell stark zu. Waren es Anfang Juni noch 0,5 Prozent, lag der Anteil in dieser Woche bereits bei zehn Prozent. Experten warnen vor einer vierten Welle im Herbst. "Es ist keine Frage, ob Delta die führende Variante wird, sondern nur wann", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler. Man müsse die Entwicklung sehr genau beobachten.

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Lucha: Situation im vergangenen Jahr nicht vergleichbar

Vieles erinnert an den vergangenen Sommer, als die Pandemie schon einmal so gut wie besiegt zu sein schien. Warnungen aus der Wissenschaft wurden von der Politik lange nicht gehört, bis im Herbst 2020 die zweite Welle über Deutschland rollte. Doch die Voraussetzungen seien damals gänzlich andere gewesen als heute, gab Gesundheitsminister Lucha zu bedenken: "Wir haben damals keinen Impfstoff gehabt, wir hatten im letzten Jahr nicht diese allumfassenden Testangebote oder die niederschwelligen und Inzidenz-abhängigen Verordnungsstrukturen. Die haben wir jetzt." Deshalb sei die Situation nicht vergleichbar.

Heftige Kritik an Schulpolitik

Heftige Kritik am Kurs der Landesregierung hatte es zuletzt Anfang der Woche gegeben, als die Maskenpflicht an Schulen weitgehend aufgehoben wurde. Die Bildungsgewerkschaft GEW warf der Landesregierung Fahrlässigkeit vor. Die Ansteckungszahlen in den Schulen seien gestiegen, es gebe außerdem Hinweise, dass Kinder und Jugendliche die Delta-Variante schneller übertragen könnten. Die Schulen müssten endlich mit Luftfiltern ausgestattet werden.

Lucha reagierte im Interview mit "Zur Sache Baden-Württemberg" nicht direkt auf diese Forderung. Die Situation an den Schulen sei unter Kontrolle. "Wir haben im Moment bei ungefähr 1,5 Millionen Schülerinnen und Schülern 200 gemeldete Infektionen, das ist im 0,1-Bereich. Wir haben alle quarantänisieren können." Es habe keine Infektionsketten gegeben. "Das Entscheidende ist, dass - egal welche Variante wo auftaucht - wir ein System haben, dass es keine Infektionsketten gibt." Dieses System in Verbindung mit einer steigenden Impfquote stimme ihn zuversichtlich, dass "wir jede Variante eingegrenzt bekommen - auch die Delta-Variante".

Baden-Württemberg will Johnson & Johnson-Impfstoff gegen Delta einsetzen

Die Delta-Variante ist bislang in 40 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg nachgewiesen worden (Stand 21. Juni). Gegen die weitere Ausbreitung will das Land unter anderem mit gezielten Vor-Ort-Impfterminen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson vorgehen.

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