Manfred Lucha (Bündnis 90Die Grünen), Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, spricht bei einer Plenarsitzung zum Thema Coronapandemie.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod)

Gesundheitsminister im SWR-Interview

Lucha zu neuer Corona-Verordnung in BW: "Die Alternative wäre Lockdown"

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Als "Pandemie der Ungeimpften" hatte Lucha das Infektionsgeschehen im Land bezeichnet. Im SWR verteidigte er heute zudem die neue Corona-Verordnung, die den Alltag für Ungeimpfte ab einer bestimmten Warnstufe einschränkt.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hat im Gespräch mit dem SWR die neue Corona-Verordnung für das Land verteidigt. "Die Alternative wäre wieder Lockdown - und Lockdown kann niemand mehr wollen in einer Gesellschaft, in der fast zwei Drittel geimpft sind", so Lucha.

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Das neue dreistufige System, das eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern soll, sei laut Lucha keine "Impfpflicht durch die Hintertür". Eine entsprechende Kritik des Chefs des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, kontert Lucha mit einem Hinweis: "Bitte ins Gesetz gucken!"

Lucha: Corona-Regeln sorgen nicht für Spaltung im Land

Baden Württemberg beende zwar die Lohnfortzahlung im Quarantänefall, das habe aber für Erkrankte keine Folgen: "Wenn jemand krankgeschrieben ist, dann bekommt er seine Fortzahlung."

Auch der Befürchtung, die neue Corona-Regelungen vertieften die Spaltung des Landes, tritt Lucha entgegen. Es gebe klare Ansagen aus der Medizin, wie die Pandemie bekämpft werden könne, weshalb man sich an Gesetze halten müsse. Lucha vergleicht dies mit der Straßenverkehrsordnung: "Wer immer gerne 140 km/h fahren würde, weil er 200 PS im Auto hat, muss sich trotzdem an Gesetze halten."

"Wir sind aufgefordert dafür zu sorgen, dass sich der Virus nicht mehr weiter verbreitet."

Man wisse zudem, dass nur knappe 10 Prozent der Bevölkerung strenge Impfgegner seien und betreibe deshalb weiterhin intensiv Aufklärung, dass eine Impfung empfohlen wird.

Lucha: "Pandemie der Ungeimpften"

Der Minister hatte bereits Anfang September kritisiert: Menschen, die keine Corona-Impfungen haben, gefährden das Gesundheitssystem. Er nannte die Corona-Krise eine "Pandemie der Ungeimpften". Das medizinische Personal dürfe nicht erneut an seine Grenzen kommen, so Lucha.

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SWR