Mitarbeiter der Pflege in Schutzkleidung behandeln einen Patienten mit Corona-Infektion auf einer Intensivstation. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Fabian Strauch (Symbolbild))

Gefährdung von medizinischer Versorgung

"Pandemie der Ungeimpften" - Gesundheitsminister Lucha kritisiert Impfverweigerer scharf

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Menschen, die keine Corona-Impfungen haben, gefährden das Gesundheitssystem, kritisiert Baden-Württembergs Gesundheitsminister Lucha. Das medizinische Personal dürfe nicht erneut an seine Grenzen kommen.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hat diejenigen scharf kritisiert, die sich nicht impfen lassen wollen. Jeder, der sich nicht impfen lasse, gefährde die gesamtmedizinische Versorgung, sagte er bei SWR Aktuell am Dienstag. Herzinfarkte oder Schlaganfälle könnten dann unter Umständen wegen der Überlastung des Personals nicht mehr behandelt werden. "Wir haben es aufgebraucht, wir haben es 'verbrannt', um es mal drastisch zu sagen. Nur weil manche zu bequem sind, zum Impfen zu gehen." Die größte Herausforderung sei, die Intensivstationen nicht ein viertes Mal zu belasten. Lucha sprach in diesem Zusammenhang auch von einer "Pandemie der Ungeimpften".

Inzidenz bei Ungeimpften um ein Vielfaches höher

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liege in Baden-Württemberg bei den Geimpften bei 13, bei den Ungeimpften bei knapp 150. Sollten sich die Zahlen nicht verbessern, sei auch eine sogenannte 2G-Regel der "richtige Schritt", so Lucha weiter. 2G bedeutet, dass nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants besuchen dürfen. Auch Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte könnten dann wieder eingeführt werden. Auf einen genauen Zeitpunkt oder genauen Schwellenwert, ab wann die 2G-Regel kommen soll, wollte Lucha sich nicht festlegen. Man bespreche und analysiere die Lage derzeit im Ministerrat.

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Vor wenigen Tagen hatte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl (parteilos), allerdings schon einen Schwellenwert in Aussicht gestellt. Man rechne mit weiteren Einschränkungen für Ungeimpfte, sobald 200 bis 250 Betten auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg mit Covid-19-Patientinnen und Patienten belegt seien.

"Eventuell korrigiert sich das noch um ein paar Punkte", so Lucha im SWR-Interview. Im Wesentlichen seien das aber nach wie vor die gültigen Richtwerte. Stand Montag (30.8.) waren 123 Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Covid-19-Erkrankten belegt. Nach Prognosen des Landesgesundheitsamts könnten die in Aussicht gestellten Grenzwerte schon Ende dieser Woche überschritten werden.

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