Manfred Lucha (Grüne), Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg, bei einer Regierungs-Pressekonferenz im Bürger- und Medienzentrum des Landtags von Baden-Württemberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Weniger Corona-Beschränkungen ab Sonntag

BW-Gesundheitsminister Lucha: Wegfall der Maskenpflicht ist absurd

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Die Maskenpflicht in Innenräumen soll nach Plänen der Bundesregierung ab Sonntag wegfallen. BW-Gesundheitsminister Lucha kritisiert dies scharf - dies sei zur Bekämpfung der Corona-Pandemie elementar.

Wenige Tage vor dem Auslaufen der meisten Corona-Beschränkungen lässt Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) kein gutes Haar an den weiteren Plänen des Bundes zur Bekämpfung der Pandemie. Diese sehen unter anderem vor, dass die Maskenpflicht in Innenräumen weitgehend abgeschafft wird. Lucha hat dafür absolut kein Verständnis.

Lucha: Maskenpflicht darf nicht aufgehoben werden

Bundesweit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen - auch in Baden-Württemberg. Innerhalb einer Woche wurden laut Landesgesundheitsamt 1.870,9 Ansteckungen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner nachgewiesen (Stand Sonntag, 16:00 Uhr). Das sind knapp 26 Prozent mehr als am Sonntag zuvor (1.485,7) - und ein neuer Höchstwert der Inzidenzen seit Beginn der Pandemie. Dazu kommt: Aufgrund einer hohen Dunkelziffer dürfte die tatsächliche Inzidenz noch deutlich höher sein.

Vor diesem Hintergrund kritisiert nach Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auch Lucha das geplante Ende der Maskenpflicht in Innenräumen.

"Es ist absurd, dass wir in einer Phase, in der nicht nur die Infektionszahlen, sondern auch die Belegungen in den Krankenhäusern kontinuierlich zunehmen, eines der wichtigsten Instrumente aus der Hand geben, mit dem wir den Infektionsdruck abmildern können."

Bundesweite Corona-Auflagen sollen zum 20. März entfallen

Die meisten bundesweiten Corona-Auflagen sollen zum 20. März entfallen. Am Mittwoch berät der Bundestag erstmals Änderungen am Infektionsschutzgesetz. Bereits zwei Tage später soll im Plenum über den umstrittenen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) entschieden werden. Sie schlagen einen deutlich verringerten Basisschutz vor. Bundesweit solle die Maskenpflicht demnach nur noch in Pflegeheimen, Kliniken und Nahverkehr möglich sein. Tests sollten nur noch in Heimen und Schulen Pflicht sein. Angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus wird an diesem Kurs jedoch gezweifelt.

Lucha: Länder sollen über Maskenpflicht selbst entscheiden können

Könne sich die Bundesregierung nicht auf eine Verlängerung über den 19. März hinaus einigen, müssten die Länder wenigstens selbst entscheiden dürfen, forderte Lucha. "Wer vorsorglichen Gesundheitsschutz ernst nimmt, der muss den Ländern die Möglichkeit geben, über die Maskenpflicht in Innenräumen selbst entscheiden zu können." In Innenräumen träfen Geimpfte und Ungeimpfte künftig ungeschützt aufeinander. "Und das in einer Phase, in der die Infektionszahlen so hoch wie nie zuvor sind", warnte der Grünen-Politiker.

BW-Kultusministerium gibt Änderung der Teststrategie an Schulen bekannt

Neben der Maskenpflicht stehen zur Zeit auch die Testungen in Schulen zur Debatte. Ab dem 21. März sollen diese vermindert werden, wie das Kultusministerium von Baden-Württemberg am Montag bekannt gab. Dann sollen an den Schulen im Bundesland nur noch zwei wöchentliche Tests je Schülerin oder Schüler verpflichtend sein. Darüber hinaus sollen sogenannte Wiedereintrittstestungen entfallen, also die Tests an fünf aufeinanderfolgenden Schultagen nach einem Infektionsfall. Laut dem Ministerium stehen diese Änderungen aber noch unter dem Vorbehalt des Beschlusses der neuen Regelungen des Infektionsschutzgesetzes in der laufenden Woche.

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