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Vor dem Wochenende sollen die Corona-Regeln in Baden-Württemberg gelockert werden. So könnten Besuche in Biergärten und Hotels möglich werden - jedoch nur in wenigen Kreisen.

Im Augenblick wird im Sozialministerium noch an der neuen Corona-Verordnung gearbeitet, am Donnerstagabend soll sie nach SWR-Informationen notverkündet werden. Am nächsten Tag tritt sie in Kraft - dann können die Gesundheitsämter vor Ort am Freitag die Voraussetzung für die Öffnung von Hotels und Außengastronomie prüfen. Das geht nur in Kreisen, in denen die Sieben-Tages-Inzidenzen an fünf Tagen in Folge unter 100 liegen. Dort können dann ab dem Wochenende Biergärten und Hotels wieder aufmachen.

Bereits vergangene Woche hatte die Landesregierung angekündigt, dass rechtzeitig vor Pfingsten auch Biergärten und Hotels in Stadt- und Landkreisen mit niedrigen Inzidenzen wieder öffnen könnten.

Besuch mit Schnelltest oder Impfung

Wer einen Biergarten oder ein Hotel betritt, muss nachweisen, dass er vollständig geimpft ist oder einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen. Den kann man an einer öffentlichen Teststation machen, es werde aber auch Wirte geben, die vor Ort in der Gaststätte Testmöglichkeiten anbieten werden.

Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 ausschlaggebend

Im Augenblick liegen 7 von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg seit mehreren Tagen unter der 100er-Grenze bei den Inzidenzen. Die Lockerungen würden vorerst die Landkreise Main-Tauber, Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Lörrach und Konstanz und die Stadtkreise Heidelberg und Freiburg betreffen. Weitere Regionen können bis zum Wochenende dazu kommen.

Der Stufenplan des Sozialministeriums sieht daneben noch weitere Öffnungsschritte vor. Unter den genannten Voraussetzungen können außerdem Kulturveranstaltungen im Freien und kontaktarmer Sport mit bis zu zehn Menschen erlaubt werden.

Dehoga begrüßt Öffnungsschritte

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Baden-Württemberg begrüßt die ersten Öffnungsschritte im Land. Das stelle die Branche vor logistische Herausforderungen, sei aber ein positives Signal.

"Es werden nicht alle aufmachen", sagte Melanie von Görtz, Geschäftsführerin der Dehoga Heidelberg. "Aber es ist eine Chance für den einen oder anderen vielleicht jetzt am Wochenende noch ein bisschen Geschäft mitzunehmen."

Um eine Küche komplett hochzufahren, brauche ein Betrieb oft bis zu zehn Tage. "Wir haben natürlich auch Lieferanten, die die Lebensmittel erst noch bringen müssen und wenn wir die jetzt erst bestellen, wird das schon sehr knapp zum Wochenende", sagte von Görtz. "Es gibt ja keine Pflicht jetzt gleich am ersten Tag aufzumachen, sondern tatsächlich eine Möglichkeit und wer die ergreifen kann, der wird das tun. Da sind lauter Vollprofis unterwegs, die wissen was geht und was nicht geht."

Auch Innengastronomie möglich?

Dehoga-Geschäftsführer Tobias Zwiener sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ebenfalls von einer Supernachricht. "Wir brauchen aber dringend Spielregeln." Klar ist bislang, dass in den entsprechenden Regionen die Außengastronomie öffnen dürfte. Nach den Worten Zwieners gibt es aus dem Ministerium das Signal, dass auch eine Innengastronomie ermöglicht wird. Das wäre in Deutschland derzeit einzigartig.

Regnerisches Wetter erwartet

Die Regelung mache Sinn, so Zwiener. Nicht alle Gastronomen verfügten über Außenflächen. Bei regnerischem Wetter müsse ein Wechsel in Innenräume erlaubt sein und die Umsätze der Außenbewirtung bei kühlerem Wetter seien draußen geringer, sagte Dehoga-Geschäftsführer Zwiener.

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