Spielplatz in Lauffen am Neckar gesperrt wegen Hochwasserschäden

Das war der Liveticker zu den Überflutungen in Baden-Württemberg

Hochwasser in BW: Pegelstände sinken, Fäkalien fließen auf Spielplatz, Frau aus Baum gerettet

In den meisten Hochwasser-Gebieten in Baden-Württemberg entspannt sich die Situation mehr und mehr. In vielen Orten laufen die Aufräumarbeiten. Hier alles Wichtige im Rückblick.

Hochwasserlage in Baden-Württemberg entspannt sich deutlich

Nach dramatischen Hochwasser-Tagen für viele Menschen in Baden-Württemberg hat der Dauerregen im Land aufgehört und die Aufräumarbeiten haben begonnen. In der Gemeinde Rudersberg im besonders stark betroffenen Rems-Murr-Kreis seien die Aufräumaktionen in vollem Gange, hieß es heute aus dem Rathaus der Stadt. Momentan tage ein Krisenstab, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Durch den Starkregen waren die Straßen mit Schlammmassen und weggespültem Hausrat bedeckt worden, auch Autos waren von den Wassermassen mitgerissen worden.

Auch in Leutkirch (Kreis Ravensburg) ist die Lage heute ruhig, die Pegel der Eschach fallen ordentlich, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Die Vorkehrungen gegen Hochwasser hätten die Gemeinde einmal mehr gerettet: Das 1,5 Millionen Kubikmeter fassende Überlaufbecken habe zwar nicht ausgereicht, das Wasser habe dann aber auf das dafür vorgesehene Gebiet Taufach-Fetzach-Moos ausweichen können.

Bahn: Weiter Zugausfälle auf Strecken in Süddeutschland

Wegen der Hochwasserlage in Teilen Baden-Württembergs und Bayerns kann die Deutsche Bahn einige Strecken im Nah- und Fernverkehr noch immer nicht anfahren. Auf vier Strecken komme es weiterhin zu Zugausfällen, teilte die Deutsche Bahn heute mit. Betroffen sei auf der Strecke Stuttgart-München der Abschnitt zwischen Ulm und Augsburg, auf der Strecke Nürnberg-München der Abschnitt zwischen Donauwörth und Augsburg, auf der Strecke München-Lindau der Abschnitt zwischen Buchloe und Memmingen sowie die gesamte Strecke Ulm-Memmingen-Kempten. Bei allen verkehrenden Zügen in der Region rechnet die Bahn mit hoher Auslastung, der Nahverkehr in Bayern ist auch stark beeinträchtigt. Insgesamt rät die Bahn aber auch weiterhin von Zugreisen nach Süddeutschland ab.

Die Hochwasserlage in BW am Dienstagmorgen: Teilweise Entspannung

Die Hochwasserlage in Baden-Württemberg entwickelt sich unterschiedlich. In einigen Regionen steigen die Wasserstände noch, in anderen entspannt sich die Lage langsam. Die kleineren Flüsse und Bäche haben zum großen Teil wieder übliche Wasserstände erreicht, nur von Kocher und Fils meldet die Vorhersagezentrale noch Hochwasser, Tendenz aber weiter fallend. Die Wassermassen haben die kleineren an die großen Flüsse im Land abgegeben. So führt der Neckar fast über den ganzen Verlauf noch Hochwasser, das aber auch rasch fällt. Der Main bei Wertheim (Main-Tauber-Kreis) sinkt ebenfalls, aber langsamer. Auch an der Donau werden sinkende Wasserstände erwartet. Anders sieht es am Rhein aus: Bei Kehl (Ortenaukreis) und Maxau (Stadtkreis Karlsruhe) wird der Fluss weiter anschwellen, der Wasserstand des Bodensees wird erst einmal auf hohem Niveau bleiben. Nach Einschätzung von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat das Land nach dramatischen Tagen die Lage im Griff.

DWD: Sonne löst Dauerregen in Baden-Württemberg ab

Die Menschen in Baden-Württemberg können sich Experten zufolge auf einen Wetterwechsel einstellen. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) soll es heute heiter werden. Gebietsweise seien noch vereinzelte Schauer möglich, mancherorts auch Nebel. Die Temperaturen dürften am Rhein annähernd 25 Grad erreichen. Seine Unwetterwarnungen vor Dauerregen hatte der DWD bereits gestern Abend für ganz Baden-Württemberg aufgehoben. "Die Dauerregenlage ist beendet", sagte ein Meteorologe.

BW-Landesregierung tagt zur Hochwasserlage

Das baden-württembergische Kabinett befasst sich heute mit den Folgen des Hochwassers in Baden-Württemberg. Innenminister Thomas Strobl (CDU) wird der grün-schwarzen Landesregierung einen Bericht zur aktuellen Lage geben. Bei einem Vor-Ort-Besuch im stark betroffenen Meckenbeuren stimmte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Menschen auf weitere Hochwasserereignisse als Folge des Klimawandels ein. Auch der Hochwasserschutz soll in der Kabinettssitzung thematisiert werden. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat sich gestern in Niedernhall über die Schutzmaßnahmen am Kocher informiert, wo unter anderem Dämme erhöht und verbreitert wurden.

Vorläufige Daten: "Jahrhundertniederschläge" in Süddeutschland

An mehreren Orten in Süddeutschland fiel in den vergangenen Tagen nach vorläufigen Daten so viel Regen wie nur alle 50 bis 100 Jahre. Man könne von Jahrhundert-Niederschlägen sprechen, sagte der Meteorologe Thomas Deutschländer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Das ist schon besonders, aber nicht komplett außergewöhnlich." Noch seien die Daten aber vorläufig. In der Regel komme noch etwas hinzu, "die jetzigen Daten sind eher konservativ." Insgesamt zeigten etwa 20 bis 30 Messstationen solche besonders hohen Werte an. Diese Orte reichten überwiegend von einer Region nordöstlich von Augsburg bis fast zum Bodensee. Einige Extremwerte bezögen sich auf die Niederschläge an einem Tag, andere auf Niederschläge in drei aufeinander folgenden Tagen.

Städtetag ruft zu mehr Investitionen in Hochwasserschutz auf

Angesichts der Flutkatastrophe in Süddeutschland hat der Deutsche Städtetag Bund und Länder zu höheren Ausgaben für den Hochwasserschutz aufgerufen. "Hochwasser, wie derzeit in Bayern und Baden-Württemberg, kommen in immer schnellerem Takt. Deutschland muss sich besser darauf vorbereiten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Helmut Dedy, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND). Die Einsatzkräfte bräuchten dafür die bestmögliche Ausstattung und Infrastruktur. "Bund und Länder müssen deshalb die Mittel für den Hochwasser- und Katastrophenschutz wieder deutlich ausbauen - und zwar dauerhaft und nicht ad hoc über Sonderprogramme." Dedy wies auf die wachsenden Ausgaben der Städte und Gemeinden für Maßnahmen wie Dammbau, Begrünung und Bewässerung hin, die durch die Erderwärmung nötig würden. "Die Klimaanpassung wird zur kommunalen Daueraufgabe", sagte er dem RND. Die Städte müssten sich stärker auf Extremwetterereignisse vorbereiten und ihre Infrastruktur an den Klimawandel anpassen. "Das kostet enorme Summen: mehr Grünflächen, weniger Versiegelung und der Ausbau von Rückhaltebecken für Hochwasser oder Starkregen."

Trinkwasserversorgung in einigen Gemeinden weiter eingeschränkt

In der Region Stuttgart haben die Wassermassen der vergangenen Tage besonders das obere Filstal und das Rems-Murr-Gebiet getroffen. In Rudersberg im Rems-Murr-Kreis rät darum die Integrierte Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes dazu, Leitungswasser vor dem Trinken abzukochen. Für die Ortsteile Asperglen und Krehwinkel ist die Wasserversorgung komplett unterbrochen. Auch in Wiesensteig im Landkreis Göppingen bittet das Landratsamt Bewohnerinnen und Bewohner, Trinkwasser aus der Leitung vor dem Verzehr abzukochen. Gleiches gilt für die Gemeinde Althütte im Rems-Murr-Kreis - auch hier ist die Wasserqualität durch Hochwasser und Starkregen beeinträchtigt. Wegen Schäden an der Wasserinfrastruktur durch den Starkregen und Überschwemmungen sind die Kapazitäten der Rohrleitungen vielerorts erschöpft.

Wetteraussichten für Baden-Württemberg machen Hoffnung

Der Dauerregen in Baden-Württemberg ist vorerst zu Ende: In den kommenden Tagen wird es längere Zeit trocken bleiben. Der Regen zieht nach Südosten ab. Am Dienstag scheint über weiten Teilen des Landes die Sonne - lediglich ein paar Quellwolken sind zu sehen. Nur vereinzelt kann es mal Schauer geben. Die Temperaturen erreichen 19 bis 25 Grad.

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Kretschmann im Hochwassergebiet: "Müssen damit rechnen, dass wir so was häufiger bekommen"

Bei seinem Besuch im Hochwassergebiet in der besonders betroffenen Gemeinde Meckenbeuren (Bodenseekreis) hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Menschen auf immer häufigere Hochwasserlagen eingestimmt. "Wir müssen damit rechnen, dass wir so was häufiger bekommen", so Kretschmann. Das sei schlicht ein Ergebnis des Klimawandels. 

Klimaskeptiker sagen zwar, dass es schon immer extreme Hochwasser gegeben habe und der Klimawandel nicht die Ursache sein könne. Experten widersprechen, denn "es dürfen nicht einzelne Ereignisse betrachtet werden, sondern deren zunehmende oder abnehmende Häufigkeit."

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Pegelstände fallen vielerorts

An den meisten Gewässern in Baden-Württemberg fallen die Pegelstände wieder. Nur an den großen Flüssen wie Donau und Rhein gebe es teilweise noch steigende Pegelstände, wie die Hochwasservorhersagezentrale am Montagabend mitteilte. Es seien aber keine kritischen Werte mehr zu erwarten, die überschritten würden, so eine Sprecherin. 

Am Pegel Maxau bei Karlsruhe werde der Scheitelwert, der am Sonntag bei 8,29 Metern lag, aber voraussichtlich nicht nochmals überschritten. An der Donau ab dem Pegel Hundersingen im Kreis Sigmaringen flussabwärts sowie an Hoch- und Oberrhein steige das Wasser derzeit noch an. Auch am Bodensee kann es demnach noch zu steigenden Pegelständen kommen. Am Abend lag die Hochwassermarke in Konstanz bei 4,80 Meter. Die Stadtverwaltung Radolfzell (Kreis Konstanz) erklärte, mehrere Fuß- und Radwege in Ufernähe seien gesperrt. Die Bevölkerung solle sich nicht in Gefahr begeben und vom Bodenseeufer wegbleiben.

Am Neckar ist die Tendenz laut Hochwasservorhersagezentrale fallend. "Lediglich in Mannheim und in Heidelberg stagniert der Wasserstand gerade, dort wird er aber auch bald fallen." Der Wasserstand am Neckarpegel Heidelberg sei aktuell auf einer Höhe, die statistisch einmal in zehn Jahren zu erwarten sei.

Das Hochwasser hat im Neckar-Odenwald-Kreis für erhebliche Probleme gesorgt, bleibt aber im Rahmen.
In Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) ist der Neckar über die Ufer getreten.

Die Lage am Montag im Überblick

Nach all den Tagen voller dramatischer Bilder von vollgelaufenen Kellern, verschlammten Straßen und demolierten Autos bringen Rettungskräfte die Lage in den meisten Hochwassergebieten in Baden-Württemberg langsam wieder unter ihre Kontrolle. Der erwartete Dauerregen ist ausgeblieben und der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnung für ganz Baden-Würtemberg am Abend aufgehoben. Unter anderem im Bodenseekreis sinken die Pegelstände.

Doch mindestens zwei Menschen haben die Wassermassen der vergangenen Tage nicht überlebt. Ihre Leichen wurden am Montag in Schorndorf im Rems-Murr-Kreis bei Abpumparbeiten in einem Haus entdeckt. Zuvor waren bereits in Bayern zwei Tote geborgen worden.

Unterdessen stabilisiert sich die Situation an den Wasserläufen vor allem rund um Stuttgart langsam. Kleine Bäche schossen zwar auch am Montag als reißende Ströme durch einige Orte. Doch konnten die Behörden abgesehen von Ebersbach an der Fils (Kreis Göppingen), Oberschwaben und dem Allgäu im Verlauf des Tages zunehmend Hoffnung machen. Hunderte von Menschen kehrten in ihre Häuser zurück. Ausgestanden haben sie die Lage aber noch nicht: Denn wenn das Wasser geht, bleiben vor allem Schlamm, immense Schäden und viel Arbeit. 

Ein SWR Extra gibt einen Überblick über die Situation in Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz:

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) besuchten am Montag die Hochwassergebiete im Südosten des Landes: Zunächst verschafften sie sich in Meckenbeuren einen Überblick über die Folgen der Überflutungen, anschließend besuchten sie Erbach (Alb-Donau-Kreis) - dort kämpften Einsatzkräfte gegen Wassermassen, die ein Umspannwerk bedrohten. Innenminister Strobl will am Abend in Ebersbach an der Fils (Kreis Göppingen) mit Einsatzkräften sprechen.

Kurzarbeit wegen Hochwasserschäden möglich

Kein Strom, verschlammte Betriebsgebäude oder kein Material-Nachschub: Betriebe, die in Folge des Hochwassers nicht arbeiten können, können für ihre Mitarbeitenden Kurzarbeitergeld beantragen. Darauf hat die Agentur für Arbeit in Baden-Württemberg heute hingewiesen.

Demnach kann bei Hochwasserschäden Kurzarbeit auf Basis eines unabwendbaren Ereignisses angezeigt werden. Im Gegensatz zum konjunkturell bedingten Kurzarbeitergeld gebe es für Krisenfälle zusätzliche Erleichterungen: So könnten Beschäftigte, bei denen die Arbeit im Betrieb wegen Hochwassers ausfalle, bei Aufräumarbeiten im Betrieb helfen, ohne den Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu verlieren. Zudem muss vor der Zahlung des Geldes nicht das Überstundenkonto abgebaut werden.

Tote in Schorndorf sind Mutter und Sohn

Die beiden Toten, die bei Abpumparbeiten in einem Keller in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) gefunden wurden, sind identifiziert. Das hat die Polizei Aalen mitgeteilt. Demnach handelt es sich um den 58-jährigen Hausbewohner und seine 84-jährige Mutter. Laut Zeugenaussagen hatten sie am Sonntagabend das in das Haus eingedrungene Wasser im Keller abgepumpt. Wie es letztendlich zu dem tragischen Unglück kam, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

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Alle Infos auch im TV bei SWR Aktuell

Alle Informationen zur Hochwasserlage in Baden-Württemberg bekommen Sie auch heute nicht nur hier im Ticker, sondern heute Abend auch im TV: Nach unserer regulären Sendung SWR Aktuell um 19:30 Uhr gibt es ausführliche Informationen zur Situation in einem Brennpunkt um 20:15 Uhr sowie in SWR Extra um 20:25 Uhr.

DWD gibt Entwarnung - kein ergiebiger Dauerregen in BW erwartet

Die Gefahr vor weiterem ergiebigem Dauerregen scheint für ganz Baden-Württemberg vorerst gebannt - der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet keine Warnlage mehr für das Land.

Die Wettervorhersage von Montagabend für Dienstag:

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Alle aktuellen Unwetterwarnungen sind jederzeit auch hier abrufbar:

Pegelstände im Bodenseekreis gehen runter

Im Bodenseekreis entspannt sich die Hochwasserlage allmählich: Wie das Landratsamt bekannt gab, sinken die Pegelstände von Seefelder Aach, Rotach und Schussen aktuell - es sei weniger Regen gefallen als zunächst befürchtet, heißt es von der Behörde. Der Wasserstand der Argen sei zwar nochmals um rund einen Meter gestiegen, aber unter dem Niveau vom Wochenende geblieben. Der Pegelstand werde hier den Scheitelpunkt im Laufe des Abends erreichen. Meckenbeuren, insbesondere die Ortsteile Kehlen und Brochenzell, waren besonders vom Hochwasser betroffen, nachdem die Schussen am Samstagabend auf 4,86 Meter gestiegen war - so hoch wie noch nie zuvor.

Aufräumarbeiten im Kreis Neu-Ulm

Im Landkreis Neu-Ulm hat sich die Lage im Laufe des Tages stabilisiert. Schon seit dem Morgen sind die Menschen im Einsatz, begutachten die Schäden, die das Wasser hinterlassen hat, und machen sich ans Aufräumen. Die Gemeinde Unterroth war besonders heftig betroffen. Die Menschen dort berichten von noch nie da gewesenen Fluten.

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Innenminister Strobl besucht Ebersbach

Ebersbach an der Fils im Kreis Göppingen war stark vom Hochwasser getroffen worden - am Abend will sich Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage machen. Strobl wolle sich dort mit Einsatzkräften austauschen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit.

In Ebersbach waren wegen des Hochwassers mehrere Straßenzüge eines Wohngebiets evakuiert worden, rund 20 Menschen saßen in ihren Häusern fest. Zudem hatten Wassermassen an der B10 eine Lärmschutzwand durchbrochen und die Fahrbahnen überflutet. Auch die Bahnlinie von Göppingen nach Ebersbach war zeitweise blockiert.

Salem: Hochwasserschutz im Aachtobel

Ein Brennpunkt des Hochwassers im Bodenseekreis: das Gebiet rund um die Gemeinde Salem. Um die übervollen Flüsse etwa im Salemertal zu entlasten, wurde der Ausfluss aus dem Rückhaltebecken im Aachtobel reduziert:

Grünen-Klimaexpertin fordert Aussetzen der Schuldenbremse

Aufgrund der Hochwasser-Katastrophe in Baden-Württemberg und Bayern gibt es von Seiten der Grünen Rufe danach, die Schuldenbremse auszusetzen. "Angesichts der erwartbaren Kosten müssen wir bereit sein darüber nachzudenken, mit einer Notlage die Schuldenbremse auszusetzen", sagte die Grünen-Klimaexpertin Lisa Badum dem Portal t-online. Zudem ist aus Sicht der Grünen eine grundsätzliche Reform der Schuldenbremse erforderlich, um mehr Investitionen in den Klimaschutz zu ermöglichen.

FDP-Fraktionsvize Christoph Meyer will von solchen Plänen nichts wissen. Es gelte vielmehr die Menschen vor Ort und das Technische Hilfswerk zu unterstützen. Zudem stelle sich angesichts immer häufiger auftretender Hochwasser die Frage, "ob sich die Länder nicht selbstständig finanziell besser darauf vorbereiten sollten", so Meyer.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat unterdessen erneut eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden für Immobilienbesitzer gefordert. Diese müssten die Schäden an den Gebäuden solidarisch tragen. "Denn die öffentliche Hand muss weiterhin für die Infrastrukturschäden aufkommen. Sonst können wir das einfach nicht mehr schultern", sagte Kretschmann.

Bauernverband befürchtet "massive Flutschäden" für Landwirtschaft

Das Hochwasser in Süddeutschland macht auch der Wirtschaft zu schaffen. Der Deutsche Bauernverband rechnet mit großen Schäden für die Landwirtschaft. "Wir schauen mit großer Sorge nach Bayern und Baden-Württemberg", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Bernhard Krüsken. "Wir gehen davon aus, dass auch die Landwirtschaft mit massiven Flutschäden bei Flächen und Gebäuden konfrontiert ist."

Für konkrete Schätzungen sei es allerdings zu früh. "Das ist noch nicht abzusehen", ergänzte Krüsken. Die Gefahr sei noch nicht vorüber. "Entscheidend ist, dass zunächst das Wasser abläuft und keine Menschen mehr zu Schaden kommen", betonte Krüsken.

Kreis Rottweil: Lage am Neckar entspannt sich

In Deißlingen (Kreis Rottweil) hat sich die Hochwasserlage deutlich entspannt. Dennoch sind die Ortsdurchfahrt sowie einige Bereiche entlang des Neckars noch gesperrt. Am Montag behinderten Hochwasser-Touristen den Einsatz der Helferinnen und Helfer. Viele Neugierige kämen vorbei und wollten eben mal noch ein Selfie zur Erinnerung machen, hieß es aus dem Rathaus. Dabei stünden sie den Einsatzkräften dann aber im Weg. Die Verwaltung bat darum, die Feuerwehr ihre Arbeit machen zu lassen und auf Erinnerungsfotos zu verzichten.

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Katastrophentourist in Dörzbach aus Auto befreit

In Dörzbach (Hohenlohekreis) mussten Feuerwehr und Polizei einen Mann aus seinem Auto befreien. Der 54-Jährige sei am Sonntagmorgen auf den überschwemmten Sportplatz gefahren, um sich das Hochwasser aus der Nähe anzuschauen, wie die Polizei Heilbronn am Montag mitteilte. Schon nach wenigen Metern sei der Wagen stehen geblieben. Bis zu den Seitenscheiben habe er unter Wasser gestanden. Der Fahrer habe schließlich die Rettungskräfte gerufen. Er wurde nicht verletzt, muss aber laut Polizei mit einer Rechnung für den Einsatz rechnen.

Warnung vor 100-jährlichem Hochwasserereignis in mehreren Orten aufgehoben

Für mehrere Gemeinden haben die Behörden die Warnung vor einem möglichen 100-jährlichen Hochwasserereignis aufgehoben. Das gilt für Abtsgmünd, Heuchlingen, Leinzell, die Ortsteile Mulfingen und Horn der Gemeinde Göggingen und Täferrot. Auch die Warnung zur Vorbereitung einer Evakuierung, die für die Gemeinden Abtsgmünd, Heuchlingen, Leinzell und Täferrot (alle Ostalbkreis) bestand, ist nach Angaben der Integrierten Leitstelle aufgehoben.

Schorndorfer OB: "Sind im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen"

Der Schorndorfer (Rems-Murr-Kreis) Oberbürgermeister Bernd Hornikel (parteilos) hat dramatische Szenen der Hochwassernacht geschildert. Die Wasserfluten seien so schnell über die Region hereingebrochen, dass sich Feuerwehrleute selbst hätten retten müssen, sagte er am Montag bei einer spontanen Pressekonferenz in Rudersberg (ebenfalls Rems-Murr-Kreis). 

Alle sieben Abteilungen der Feuerwehr seien in die Gemeinde Rudersberg aufgebrochen, aber nur ein Fahrzeug sei dort angekommen. Alle anderen seien auf dem Weg in den Wassermassen steckengeblieben. Die örtliche Feuerwehr habe drei Fahrzeuge eingebüßt. "Die sind im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen", sagte Hornikel. Die Kameradinnen und Kameraden hätten sich auf das Fahrzeugdach flüchten müssen, um von dort selbst gerettet zu werden. Das Gemeine sei, so Hornikel, dass man mit einem Entspannungsgefühl in den Abend gegangen sei, dann die Lage aber innerhalb von Minuten eskaliert sei. 

Auf einer Brücke über einen Bach in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) hat sich Treibgut angesammelt.
Auf einer Brücke über einen Bach in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) hat sich Treibgut angesammelt.

Kretschmann und Strobl verschaffen sich Überblick an Umspannwerk

Das Umspannwerk in Erbach-Dellmensingen im Alb-Donau-Kreis ist weiter von Überflutung bedroht. Aber die Lage entspannt sich. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) haben sich vor Ort ein Bild gemacht. 170 Rettungskräfte hatten 30.000 Sandsäcke zum Schutz der Stromleitungen verteilt und die Lage am Umspannwerk stabilisiert. Ihnen sprach Kretschmann seinen höchsten Respekt aus und versprach angesichts des Klimawandels auch künftige Investitionen in den Hochwasserschutz. Strobl sagte: "Das war Spitz auf Knopf", dass das Umspannwerk "abgesoffen wäre". Das Donauhochwasser hatte die Umgebung von Erbach-Dellmensingen großflächig unter Wasser gesetzt.

Erbach

Lage im Alb-Donau-Kreis stabil, doch keine Entwarnung Kretschmann und Strobl besuchen Hochwassergebiet in Erbach

Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) und Innenminister Strobl (CDU) haben sich über die Hochwasserlage in Erbach informiert. Die Einsatzkräften hätten eine Katastrophe verhindert, so Strobl.

Zwei Tote in Schorndorf gefunden

Wir hatten zuvor berichtet, dass in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) ein Toter gefunden wurde. Inzwischen hat ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Aalen bestätigt, dass es dort zwei Todesopfer gibt: Am Montag wurden bei Aufräumarbeiten im Keller eines Hauses in Schorndorf die Leichen eines Mannes und einer Frau gefunden. Die genaue Todesursache ist derzeit noch nicht klar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

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B10 wieder frei, Probleme mit Trinkwasser und Strom Hochwasser im Rems-Murr-Kreis: Zwei Tote bei Aufräumarbeiten gefunden

Im Rems-Murr-Kreis sind offenbar zwei Menschen durch die Überschwemmungen gestorben. Die B10 bei Ebersbach/Fils ist wieder befahrbar. Ein Überblick für die Region Stuttgart.

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Scholz besucht Hochwassergebiet in Bayern und stellt Hilfe in Aussicht

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich gemeinsam mit Innenministerin Nancy Faeser (beide SPD) im bayerischen Reichertshofen ein Bild von der Überschwemmungslage gemacht und dabei Hilfe für die vom Hochwasser Betroffenen in Süddeutschland in Aussicht gestellt: "Wir werden alles dazu beitragen, auch mit den Möglichkeiten des Bundes, dass hier schneller weiter geholfen werden kann", sagte der Kanzler. Außerdem versicherte er, die Aufgabe, den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten, nicht zu vernachlässigen. "Auch das ist eine Mahnung, die aus diesem Ereignis und dieser Katastrophe mitgenommen werden muss", sagte Scholz.

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