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Pandemiebedingte Lernlücken von Schülern in Baden-Württemberg sollen mit der Hilfe von Studierenden aufgeholt werden - rund 900 Freiwillige haben sich gemeldet.

Nach Monaten ohne Präsenzunterricht soll das Programm "Bridge the Gap" helfen Lernlücken bei Schülern und Schülerinnen in Baden-Württemberg zu schließen. Das Unterstützungsangebot bietet Schulen die Möglichkeit, Lehramtsstudierende für den Abbau von Lernrückständen einzusetzen. Es soll in den nächsten 14 Tagen starten und bis zu den Sommerferien dauern.

Geplant wurde mit 550 Studierenden - inzwischen haben sich aber rund 900 Freiwillige gemeldet. Daher sei eine Warteliste eröffnet worden, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Schulen können auf einer Plattform ihren Bedarf anmelden und bekommen dann entsprechend Studierende zugeteilt. Diese Plattform ist inzwischen freigeschaltet, wie Bauer und Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) gemeinsam erklärten.

"Ich bin begeistert von diesem überwältigenden Interesse der Lehramtsstudierenden zu helfen".

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Zunächst Förderangebote bis zu den Sommerferien

Zunächst soll es bis zu den Sommerferien ergänzende Förderangebote von bis zu vier Stunden pro Woche an den Schulen geben. Das können Einzel- oder Gruppenangebote sein. Wie die Studierenden an den Schulen genau helfen, werde individuell gestaltet, erklärte Kultusministerin Schopper.

Die Studierenden erhalten hierfür pro Zeitstunde ein Honorar von 15 Euro. Wer Lehramt studiert und mindestens im vierten Fachsemester ist, konnte sich auf die Stellen bewerben. "Das Wissenschaftsministerium unterstützt die Hochschulen mit rund 250.000 Euro für die Begleitung, Auswertung und Evaluation des Projekts.

Interview zum Thema "Bride the Gap" mit Kultusministerin Theresa Schopper am 7.6.2021 im SWR Fernsehen:

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Ministerin: "Win-win-win-Situation"

Wissenschaftsministerin Bauer sprach von einer Win-win-win-Situation. Es sei ein Vorteil für die Schüler, weil sie schnell ein erstes Hilfeangebot erhalten würden, ein Vorteil für die Studierenden, weil sie Praxiserfahrung sammeln könnten und auch ein Vorteil für das ganze Land, weil man zeige, dass man zusammenstehe und einander helfe.

In den vergangenen Monaten fand der Unterricht für hunderttausende Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg wegen der Corona-Pandemie digital oder im Wechselunterricht statt. Dabei sei vieles auf der Strecke geblieben.

"Wir wissen von Schülern, die ihren Computer abgeschaltet haben und kaum erreichbar waren."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte auf einer Pressekonferenz, dass das Lernen im Distanzunterricht einiges abverlangt habe. Das Ziel der Landesregierung sei es deshalb, Voraussetzungen zu schaffen, dass Schüler wieder möglichst schnell auf den aktuellen Lernstand kommen und etwaige Lernrückstände zügig aufholen können.

Gewerkschaft unterstützt "Bridge the Gap"

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt das Projekt "Bridge the Gap" gegenüber dem SWR als wichtige Unterstützung für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Es sei ein erster Schritt in einem notwendigen Gesamtprogramm für die Unterstützung der Kitas und Schulen. Die GEW hatte eigenen Angaben zufolge seit vergangenem Herbst für den Einsatz von Studierenden zur Unterstützung der Lehrkräfte geworben. "Es ist gut, dass die neue Landesregierung schnell reagiert", so die Landesvorsitzende Monika Stein.

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